Großbrand in Warmbronn Wohin mit dem Müll?

Von Arnold Einholz 

Als guter Partner übernimmt der Landkreis Esslingen nun einen Teil der Böblinger Bioabfälle.

Noch glimmt und brennt es an vielen Stellen. Foto: factum/Jürgen Bach
Noch glimmt und brennt es an vielen Stellen. Foto: factum/Jürgen Bach

Leonberg - „Wir erfahren derzeit große Solidarität“, sagt der Böblinger Landrat Roland Bernhard erfreut. Er kann nach dem Großbrand eine gute Nachricht verkünden: „Unser Partner, der Kreis Esslingen und Landrat Heinz Eininger, stehen zu uns und werden uns helfen.“ Nach ersten ­Gesprächen habe sich die Möglichkeit ­abgezeichnet, dass Esslingen bis zu 20 000 Tonnen Biomüll im Jahr aus dem Kreis Böblingen aufnehmen könnte. (Hier geht’s zu den Bildern des Brandes)

Nach dem Schock über den Verlust der wertvollen Anlage sei das ein Trost gewesen, sagt Bernhard. „Wir sind stolz darauf gewesen, dass wir den Biomüll technisch hochwertig verarbeitet haben und dabei Strom für den Verbrauch von rund 6500 Personen und hochwertiger Kompost hergestellt wurden“, erläutert er. Esslingen hat durch die Kooperation der beiden Kreise auch bisher etwa 11 000 Tonnen Gärreste aus der Leonberger Anlage im Kompostwerk Kirchheim zu Dünger und Blumenerde verarbeitet.

„Anlage neu aufbauen“

Diese Kooperation sollte ausgebaut werden. Erst im Juni 2019 hatten die beiden Landkreise die „Bioabfallverwertung GmbH Leonberg“ gegründet. Demnach sollte in Leonberg eine zweite Vergärungsstufe gebaut und so die Kapazität von bisher rund 36 000 Tonnen im Jahr auf rund 56 000 Tonnen erhöht werden.

Der Leonberger Oberbürgermeister Martin Georg Cohn, der sich am Mittwoch bei den Einsatzkräften vor Ort bedankt hatte, hat gern gehört, dass die Anlage wieder aufgebaut werden soll. Zumal die Stadt als Besitzerin des Geländes der ehemaligen Erddeponie dieses an den Kreis verpachtet hat. „Die Anlage werden wir im Verbund mit dem Landkreis Esslingen neu aufbauen und die geplante Erweiterung gleich integrieren“, sagt Bernhard.