Gründerzentrum in Schlat Silicon-Valley in der Obstbaugemeinde

Brutkasten für neue Ideen: Christian Holzer (links) und Mitarbeiter Bastian Riedel stellen den Ministerinnen Nicole Hoffmeister-Kraut (zweite von links) und Nicole Razavi den „Hoovi HiLab Inkubator“ vor. Foto: Staufenpress

In Schlat eröffnet ein neues Gründerzentrum, das junge Unternehmen im digitalen Bereich unterstützen will. Einer der Partner ist TeamViewer. Bei der Eröffnungsfeier lobt Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut den Mittelstand für seine Unterstützung.

Schlat - Mindset, Networking, Tech-Start-up und Entrepreneurship – an diesem Nachmittag fallen doch einige interessante Begriffe in der beschaulichen 1700-Einwohner-Gemeinde Schlat. In den ehemaligen Räumen der Druckerei Hermann entsteht ein Inkubator für digitale Innovationen. „Damit schlagen wir den Bogen von der Tradition zur Moderne“, fasst Bürgermeisterin Gudrun Flogaus zusammen.

 

Start-up-Inkubatoren sind Einrichtungen, die junge, noch nicht etablierte Unternehmen bei ihrer Gründung unterstützen. Das „HiLab“, gegründet von Christian Holzer, soll künftig als Brutkasten für neue Ideen dienen und dabei mit fachlicher Expertise, der nötigen Infrastruktur und lokalen Netzwerken neue Start-ups unterstützen. „Ein Unternehmen aufzubauen ist nicht einfach, es erfordert Mut, Fleiß, aber vor allem Leidenschaft, das richtige Mindset, ein starkes Team, Kapital und auch Akzeptanz in der Gesellschaft“, erklärte Christian Holzer bei der Eröffnungsfeier.

Gründer Holzer will seine Erfahrungen weitergeben

Holzer ist Seriengründer und bezeichnet sich selbst als innovativen Denker. Mit 18 Jahren gründete er sein erstes Unternehmen und arbeitete später anderthalb Jahre im Silicon Valley in Kalifornien. Mit seiner 2014 gegründeten Innovationsagentur Hoovi entwickelt er für Probleme von Unternehmen digitale Produktlösungen. Hier dreht sich alles um Innovation und darum, einen Blick über den Tellerrand hinaus zu werfen. Das möchte Christian Holzer an jüngere Gründerinnen und Gründer weitergeben.

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Zur offiziellen Eröffnungsfeier des Hoovi HiLab Inkubators kam auch hoher Besuch: Die Wirtschaftsministerin Nicola Hoffmeister-Kraut und die CDU-Landtagsabgeordnete aus dem Kreis Göppingen und Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen, Nicole Razavi. Razavi freute sich besonders über den gewählten Standort: „Unsere Hidden Champions, unsere Weltmarktführer sitzen oftmals versteckt im ländlichen Raum.“ Daher sei es eine wichtige Botschaft, dass auch hier ein Start-up-Lab starten könnte und nicht nur in den Metropolen.

Lob von der Ministerin an den Mittelstand

Die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicola Hoffmeister-Kraut hob die zahlreichen Kooperationen des Gründerzentrums mit lokalen, regionalen und internationalen Partnern hervor. „Hieran sehen wir, dass auch der Mittelstand offen ist, innovative Ideen zu unterstützen und an ihnen mitzuwirken“, lobte die Ministerin die privatwirtschaftliche Initiative.

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Einer dieser Verbündeten ist TeamViewer. Als so genannter Corporate Partner wird das Unternehmen die Start-ups finanziell und mit Mentoring-Programmen unterstützen. „Wir hoffen, dass hier die nächste Erfolgsgeschichte aus der Region entsteht, und wollen Kontakte zu lokalen Gründern knüpfen“, sagte Thorsten Dierkes, Vice-President und Verantwortlicher für Special-Produkte bei TeamViewer. Landrat Edgar Wolff zieht sogar Vergleiche zu Steve Jobs und seinem Unternehmen Apple: „Auch in der Obstbaugemeinde Schlat spielt der Apfel eine große Rolle.“ Möglicherweise sei dies ein Anzeichen für das Potenzial auch im digitalen Technologie-Bereich. Das vierte Gründerzentrum im Landkreis Göppingen ist in seinen Augen dabei nicht als Konkurrenz anzusehen, sondern als Mehrwert, gerade für digital orientierte Start-ups.

Zwei Vollstipendien pro Jahr

Das HiLab vergibt künftig zwei Vollstipendien pro Jahr. Diese sollen Start-ups beim Aufbau helfen und marktreif machen. Über zehn Monate hinweg haben die Stipendiaten dann Zugriff auf die Nutzung des HiLabs, Unterstützung durch das interne Expertenteam, externe Berater und Mentoren aus dem Wirtschaftsnetzwerk sowie Zugang zu öffentlichen Förderprogrammen und Workshops der Hochschule Esslingen. Außerdem werden die Kosten der sogenannten Inkubationszeit übernommen.

Eine Plattform für die Entwicklung von Ideen

Stipendium
 Als Stipendiat erfolgreich beworben hat sich das Ebersbacher Unternehmen Appstasy, das eine kommunale Abstimmungs- und Bürgerkommunikationsplattform entwickelt. Seit rund einem Jahr arbeiten sechs junge Männer an der App mit den wesentlichen Funktionen Information, Partizipation, Kommunikation und Kooperation. „In der Coronazeit haben wir den Bedarf an solchen Interaktionslösungen für Kommunen mitbekommen“, sagt Fabio Christmann, einer der Mitgründer von Appstasy. In den nächsten zehn Monaten soll die App marktreif sein.

Hochschule
Weitere Teilstipendien, Kooperationen mit Partnerunternehmen und der Austausch mit der Hochschule Esslingen sollen den jungen Unternehmern Hilfestellung geben.  

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