Am 18. Juni im Jahr 2003 wurde das Unithekle, wie wir es heute kennen, feierlich eröffnet. Ein Selfmade-Projekt im wahrsten Sinne des Wortes: Immerhin wurde es von Studierenden entwickelt, gebaut und geführt. Natürlich nicht ganz allein, dahinter steht der Verein Stups – kurz für: Studentisches Projekt für soziale Einrichtungen, mittlerweile unter der Leitung von Geschäftsführer Dieter Ruß. Auch heute, zwanzig Jahre später, hat sich daran nichts geändert: Nach wie vor stehen im Unithekle Studierende hinterm Tresen und in der Küche, verkaufen Bier, Burger und Co. Dass das gefeiert werden muss, steht außer Frage – kein Wunder also, dass zum 20. Thekle-Geburtstag gleich ein ganzes Wochenende gefeiert wird. Am 16. und 17. Juni gibt’s deswegen schon ab 15 Uhr Live-Musik, Catering und selbstverständlich Bier – Daydrinking at it’s best könnte man also sagen.
Einmal Thekle, immer Thekle!
Aber was feiern die Leute überhaupt am Unithekle? Eins kann man auf jeden Fall sagen: Die Mitarbeiter:innen zählen mit Sicherheit zu den größten Fans der Campusbar. Nicht umsonst stehen hinter den zwanzig aktiven Mitarbeiter:innen nochmal zwanzig sogenannte „Teammitglieder“. Wer sich darunter erstmal nichts vorstellen kann: Das sind ehemalige Angestellte, die sich einfach nicht vom Unithekle trennen können. „Es gibt manche, die sind schon seit zehn Jahren dabei“, erzählt Niklas Vieth. Er selbst ist seit anderthalb Jahren dabei, wohnt auf dem Campus und freut sich vor allem über den kurzen Arbeitsweg. „Das Thekle ist bei mir direkt um die Ecke.“ Ein Grund, weshalb viele Ex-Thekle-Tiger auch heute noch mit dabei sind, sind mit Sicherheit die Team-Tags: „Das sind Tage, an denen uns die Geschäftsführer mal eine Auszeit gönnen, Getränke und Essen stellen“, erzählt die Produktdesign-Studentin Carola Luthardt und erinnert sich: „Letztes Jahr waren wir zum Beispiel in der Wilhelma, mussten da verschiedene Aufgaben lösen und Stationen abklappern. Dabei waren wir natürlich stilecht mit Bollerwagen unterwegs.“
Fachgebiet: Bier
Wer im Unithekle anfängt zu arbeiten, kann sich übrigens gleich schon mal auf eines gefasst machen – den Bezwinger. In das monströse Weizenglas passen drei Liter Bier – sechs Flaschen also. Die Sorte darf man sich selbst aussuchen, aber Achtung: Radler gilt nicht. Immerhin darf man sich nach dem erfolgreichen letzten Schluck auf der Bezwinger-Wand verewigen und grinst dann drei Jahre lang auf die Besucher:innen des Unithekles herab. Glücklicherweise ist dieser Spaß nicht nur den Mitarbeiter:innen vorbehalten, auch alle anderen dürfen sich das Monster-Glas bestellen. Damit aber nicht genug – denn neben dem Bezwinger gibt es auch das Bier-Diplom: Um sich das gute Stück zu erarbeiten, müssen die Besucher:innen acht der neun im Unithekle angebotenen Biersorten trinken. Nur so kann man sich schließlich fachkundig weiterbilden. „Wer das Diplom schafft, bekommt es am Ende unterschrieben ausgehändigt und kann es sich voller Stolz ins Zimmer hängen“, sagt Jonah Blacha, der seit einem halben Jahr zum Thekle-Team gehört. Übrigens: Die Regel „acht von neun“ gilt nur für Gäste und Gästinnen. Wer sich als Mitarbeiter:in das Diplom ertrinken möchte, sollte schon alle neun Biersorten schaffen. Versteht sich aber von selbst, oder?
Spontane Aktionen sind die besten
Nun soll es aber auch unter den Mitarbeiter:innen Leute geben, die Bier nicht so viel abgewinnen können. Für die hatte Niklas Vieth bei einer seiner Schichten einen grandiosen Einfall: das Longdrink-Diplom. „Da dachten wir, wir trinken dafür einfach alles, was uns in den Sinn kommt und was sich irgendwie kombinieren lässt.“ Dazu muss man eins wissen: Für die Mitarbeiter:innen im Unithekle gilt bei den Schichten eine Regel – solange man am Ende noch putzen kann, kann man weitertrinken. „Das kann aber auch dazu führen, dass man mal einen Abend hat, an dem nur drei Leute da sind. Mit denen verabredet man sich dann auf einen Bezwinger, hängt noch ein Longdrink-Diplom dran und spielt nach der Schicht noch eine Runde Mariokart im Mitarbeiterraum“, spricht Niklas Vieth – vermutlich aus Erfahrung. Während er das erzählt, fällt auch Carola Luthardt etwas ein: „Einer meiner liebsten Abende war definitiv als wir hinter der Bar aus Barhockern eine Bierpongfläche aufgebaut haben. Das war so improvisiert, wir haben aus den einzelnen Barhockern einen Tisch gebastelt und ein kleines Turnier gespielt.“
Willkommen bei der Unithekle-Partnervermittlung
Weil man sich im Team so gut versteht, liegt eine Frage auch nicht fern – gab’s denn vielleicht schon mal die ein oder andere Unithekle-Lovestory? Erst Stille, dann Lachen. „Wir haben mal eine Statistik aufgestellt, dass so etwa zehn Prozent der Leute, die hier anfangen, am Ende mit einer Beziehung rausgehen“, so Niklas Vieth. „Letztens haben wir das auch nochmal nachgerechnet – und es stimmt wirklich.“ Dass zieht natürlich auch das ein oder andere Drama nach sich: „Einige Frauen waren zum Beispiel sehr beliebt und hatten dann gleich mehrere Verehrer im Team“, sagt Carola Luthardt. Na, solange irgendwann wieder alles ins Reine kommt… „Ja, das legt sich dann auch schnell wieder. Es passieren ständig neue Dinge und man ist ja immer noch ein Team“, so Jonah Blacha.
Und das Team ist am Ende auch das, was das Unithekle zu dem macht, was es ist: Eine lockere Bar von und für Studierende, mit motivierten Mitarbeiter:innen dahinter, die lieben, was sie da tun. „Einmal hat Niklas während einer Schicht zu mir gesagt: Theoretisch könnte man mit dem Arbeitsklima und dem Team für immer hierbleiben, das passt eigentlich perfekt“, erinnert sich Jonah Blacha. „Da denke ich immer wieder gern dran – denn es stimmt!“