Stadtkind Stuttgart

Gute-Nacht-Geschichte aus der Redaktion Stadtkind im Club

Von Laura Müller-Sixer 

Wenn das Bierglas immer halbvoll, statt halbleer ist gilt: Was in der Mutterstadt passiert, bleibt auch dort. Heute legen wir die Ohren auf die Schiene der Stadtkind Gute-Nacht-Geschichten.

Passend zum Wochenende: Gute-Nacht-Geschichten vom Stadtkind. Foto: Laura Müller-Sixer
Passend zum Wochenende: Gute-Nacht-Geschichten vom Stadtkind. Foto: Laura Müller-Sixer

Stuttgart – "Heute aber mal nicht so lang, gell?", "Ach, eine Weinschorle vor dem Mata Hari geht noch." So ähnlich beginnen die besten Nächte im Kessel. Unverhofft kommt oft – mindestens jeden Donnerstag, Freitag oder Samstag.

Da das Stadtkind so einiges an Erfahrung im Nachtleben sammeln konnte, drehen wir den Spieß heute einfach mal um und geben den Barkeepern, DJs und Clubbesitzern der Stadt eine Verschnaufpause für die nächste Clubrunde.

Aufgepasst, das Stadtkind übernimmt jetzt...

Moonwalk for free

Vor ein paar Jahren waren wir auf einer Party im Cue und wollten danach irgendwie noch weiter. Der Weg zum Keller Klub schien in unserem Zustand perfekt geeignet. An der Kasse angekommen meinte man zu uns: "Hey, das ist euer Glückstag. Für euch ist der Eintritt heute frei." Natürlich haben wir uns super gefreut und dachten, das wäre der Deal unseres Lebens. Unten angekommen lief "Billie Jean" von Michael Jackson und genau vier verlorene Partygäste haben sich am Moonwalk versucht. Trotz der kleinen Runde, wurde es eine sehr lange Nacht auf der Tanzfläche.

"Ihr seid ja voll klein"

Es war vor dem Climax. Der Türsteher musterte uns und sagte dann plötzlich: "Ihr seid ja voll klein." Nur mal so, wir sind (sehr) weit über 18. Jedenfalls, haben alle panisch nach dem Ausweis gekramt, als er uns mit dem Satz unterbrach: "Eigentlich is der Laden voll, aber ihr seid so klein, da passt ihr noch rein."

20 Cent

Wir standen an der Bar im Bergamo, hatten die Drinks schon bekommen und plauderten ein bisschen mit Benny über dies und das. Dann kamen zwei Girls, die Wein bestellten. Benny machte die Bestellung fertig, kam wieder zurück, als die eine voll laut wurde und rief: "Hey ich bekomme noch Rückgeld!" Er entschuldigte sich, gab ihr das Geld, dann schrie sie noch einmal: "So betrunken bin ich auch nicht." Danach fragten wir: "Um wie viel ging es denn?" Er so: "20 Cent."

Mr. Brightside

Fünf Uhr morgens. Wir waren gerade auf dem Weg zur Bahn, als im Vorbeilaufen "Mr. Brightside" von The Killers aus dem Schocken dröhnte. Dieser letzte Tanz musste uns gehören. Wir stürmten rein und der Club war brechend voll. Keine paar Sekunden später lag mir eine wildfremde Frau in den Armen und wir sangen gemeinsam aus voller Kehle mit. Das war fast schon romantisch!

Und Tschüss!

Einmal in der Romy S. hatte ich einen Jutebeutel dabei. Irgendwann kam ein betrunkener Typ an und fragte, warum ich das denn tragen würde, das würde seiner Meinung nach "scheiße aussehen". Daraufhin meinte ich nur: "Du bist jetzt auch nicht so mein Fall." Plötzlich war er verschwunden.

Abgebrannt

In der Schlange am White Noise kam eine Frau zu uns und fragte, wie viel Eintritt es denn kosten würde. Ohne Vorwarnung zündete sie plötzlich einen Zehn-Euro-Schein an und rief: "Das ist euer Kapitalismus!!" Sie hatte wohl einen schlechten Tag erwischt.