Stadtkind Stuttgart

Gute-Nacht-Geschichte Bergamo-Benny berichtet

Von Tanja Simoncev 

Was im Club passiert, bleibt im Club – von wegen! Bei unseren Gute-Nacht-Geschichten wird ausgeplaudert, was das Zeug hält. Stuttgarter DJs, Barkeeper und Türsteher bekommen absolute Sprecherlaubnis und hauen uns die derbsten Nightlife-Storys um die Ohren. Na, dann gut’s Nächtle! Diesmal: Benny aus dem Bergamo.

Ein Barmann, der weiß wie der Hase läuft: Benny Auer. Foto: Michael Colella 9 Bilder
Ein Barmann, der weiß wie der Hase läuft: Benny Auer. Foto: Michael Colella

Stuttgart - Einer, der mit seinem Wissen ganz und gar nicht hinter dem Berg(amo) halten will, ist Benny „THE Barkeeper“ Auer. Alle kennen ihn, keiner will seine Drinks mehr missen – und sein schlagfertiges Gelaber bzw. den serious Talk (nach eigenen Angaben) über Weltmeere und Zooarchitektur natürlich auch nicht. Im Transit/Bergamo bzw. unserem Bergi am Hans-im-Glück-Brunnen gehört er seit Jahren zur Grundausstattung, ist dort definitiv nicht mehr wegzudenken und mixt dir als Barmann von Mittwoch bis Samstag was zusammen. Gut, dass der selbständige Elektrotechniker vor zehn Jahren aus dem beschaulichen Krumbach im Allgäu nach Stuttgart kam und hier nun die Theke zu seinem zweiten Zuhause gemacht hat. Seine Spezialität: Vodka Bull und Cuba Libre in einem Glas. (Für alle Nullchecker: Das war ein Scherz). Doch der 34-Jährige, der seit er 14 Jahre alt ist einen Bart trägt und deshalb schon immer aussieht wie 30, serviert nicht nur kühle Drinks, die schmecken, sondern auch coole Geschichten, die es in sich haben. Here we go, Benny legt jetzt los – Widerstand ist SWAGlos:

Erst denken, dann bestellen:

Unvergessen bleibt ein Typ, der mit seinem Mädel an der Bar saß und ewig lang die Karte studiert hat. Ich bin dann zu den beiden hin und habe gefragt: „Und, was wollt ihr trinken?“ Der Typ dann so: „Hey, ich habe eine Frage: Was ist in dem Sekt auf Eis drin?“ Da denkt man nur: Dein Ernst? Ich bin einfach gegangen, ohne drauf zu antworten. Richtig bitter ist auch, dass manche Leute gar kein Verständnis für Getränke haben und einen Mojito ohne Minze oder einen Cuba Libre ohne Limetten bestellen. Wie wär’s dann einfach mit einer Rum-Cola? Freud’sche Versprecher wiederum können sehr amüsant sein, z.B. als ein Mädel mal statt Wurzelpeter Fotzenpeter bestellt hat.

Nicht vergessen, wo man ist:

Auch gut und ein echtes Highlight war eine ältere Dame, die sich eine Weißherbstschorle süß-sauer bestellt hat. Im Bergamo. Da musste der Heiko dran glauben.

Ball flachhalten:

Und dann war da noch dieser Schnösel, der sich richtig wichtig gemacht hat. Er hatte einen Gin Tonic bei meinem Kollegen bestellt, der ihm dann sagte: „Als Pouring hätten wir einen Tanqueray“ und der Typ dann nur so meinte: „Ne, ne zum hier trinken.“

Niveau an den Tag legen:

Die mit Abstand krasseste Geschichte ist mir mal mit einem betrunkenen Mädel passiert. Die kam an die Bar und hat mir einen Blowjob für einen Gin Tonic angeboten. Ich habe ihr daraufhin einfach zwei Gin Tonic hingestellt. Was man halt so macht, als verantwortungsbewusster Bürger. Aber ganz ehrlich, das ist echt ekelhaft, dass sich Leute für einen 6,50 Euro-Drink prostituieren. Absolutes No Go.

Atemlos an die Bar:

Besonders geschmackvoll (nicht!) ist natürlich auch, wenn Leute nachts um halb zwei schon total betrunken und nach ihrem ersten Dönerflash zu dir an die Bar kommen und mit einer Knoblauch-Zwiebelfahne was bestellen, dir dabei noch so halb ins Gesicht spucken. Auch immer ein wahres Highlight! Da würde ich am liebsten Mundwasser servieren.