Gute-Nacht-Geschichte Turntablerocker Thay talkt Tacheles

Grinsebacke und Gute-Laune-DJ: Thay Putra a.k.a Thaysenberg bei seinem Gig im Zwölfzehn.  Foto: Michael Colella / www.michaelcolella.de 13 Bilder
Grinsebacke und Gute-Laune-DJ: Thay Putra a.k.a Thaysenberg bei seinem Gig im Zwölfzehn. Foto: Michael Colella / www.michaelcolella.de

Was im Club passiert, bleibt im Club – von wegen! Bei unseren Gute-Nacht-Geschichten wird ausgeplaudert, was das Zeug hält. Stuttgarter DJs, Barkeeper und Türsteher bekommen absolute Sprecherlaubnis und hauen uns die derbsten Nightlife-Storys um die Ohren. Na, dann gut’s Nächtle! Dieses Mal: Thay Putra a.k.a. Thaysenberg.

Stadtkind: Tanja Simoncev (tan)
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Stuttgart - "Ihr wollt ein Liebeslied, ihr kriegt ein Liebeslied" - zumindest wenn Thay Putra a.k.a. Thaysenberg hinter den Plattenreglern steht. Und das nicht nur, weil der crazy Kreativ-Kopf gerne Hip-Hop auflegt, nein, vor allem auch, weil er ein leidenschaftlicher Club-Gäste-Verkuppler ist. Und besser man stört ihn dabei nicht, denn wenn er Bock hat und die Crowd abgeht, dann herrscht Laber-Verbot.

Bock auf Musik hat er btw. schon sehr lange, für seine zarten 23 Jahre. Mit 15 Jahren fing der Stuttgarter, dessen Eltern aus Sri Lanka stammen, an, Musik zu produzieren - ganz nach dem Motto: House-Music is what I'm living for. Dann kam das DJ-ing dazu, er tat sich mit einem Kumpel zusammen und T'n'J Project war geboren. Man absolvierte ein paar Gigs, hier und da, u.a. im Hype-Club, bis das Ganze im Sande verlief. Doch dann begann die Uni-Zeit, Thay fing an Medienwirtschaft an der Hochschule der Medien zu studieren und wurde zum Turntablerocker der Studentpartys. Und weil es der Gute-Laune-DJ schafft, dass die Tanze immer bummsvoll ist, haben auch die Clubchefs Gefallen an ihm gefunden. Im Zwölfzehn startet er gerade richtig durch, spielt auf Partys wie "Haja, klar" und "Deutschrap".

Und noch ein dickes Ding ist gerade in Planung - und zwar eine Hip-Hop-Elektro-Sause. Denn zwei Musik-Herzen schlagen, ach, in Thays Brust. „Keine Ahnung, ob so eine Party funktioniert, das muss man einfach mal ausprobieren.“ Jetzt wird aber erstmal ausgeplaudert, los geht's Grinsebacke:

Nervensägen

Auch ich muss jetzt mit dem Klassiker um die Ecke kommen - den Songwünschen, die jeder DJ hasst. Am besten sind immer die, die ankommen, während die Leute auf der Tanze gerade richtig Gas geben, und dann fordern: „Ey, spiel mal was Tanzbares.“ Dann denke ich mir jedes Mal: „Ja, genau dafür bin ich als DJ da. Ich will, dass keiner tanzt. Was ist eigentlich mit dir los? Menschenskinder.“ Auch gut sind die, die sich ein Lied wünschen und dazu sagen: „Den Song wollen hier alle Menschen hören.“ Und ich nur zurückfrage: „Bist du zu allen Leuten hingegangen und hast sie gefragt, jeden einzelnen oder wie kommst du da jetzt drauf?“ Naja, das sind eben diese Standardgeschichten mit denen man sich so rumschlagen muss.

Liebeslied

Bei einem anderen Gig im Cue – es war nicht mehr ganz so voll –– ein paar Leute haben noch getanzt, ist mir ein Pärchen aufgefallen. Während dem Auflegen, so aus dem Augenwinkel, habe ich beobachtet, wie sie sich gerade kennengelernt haben und anfingen zu flirten. Und ich dachte mir nur so: „Okay, fuck it, ich versuch jetzt Songs zu spielen, damit die beiden zusammenkommen.“ Also habe ich eine smoothe Nummer nach der anderen gespielt und bei „Liebeslied“ von den Beginnern haben sie sich dann geküsst. Ach, ja. Ich hoffe echt, dass aus den beiden was geworden ist. Sie haben zumindest gemeinsam den Club verlassen.

Schwarz-weiß

In einem Club, ich nenne keine Namen, habe ich mal als Gast eine krasse Geschichte erlebt. Ich war mit Freunden unterwegs, einer ein Weißer, einer ein Farbiger. Und nur der Weiße ist reingekommen und wir zwei anderen mussten draußen bleiben, obwohl wir weder betrunken waren, noch uns komisch verhalten haben. Total sinnlos. Manche Türsteher nutzen ihre Machtposition schon krass aus und verlangen unter anderem, dass man zehn Liegestütze macht, damit man in den Club reinkommt. Wieso? Einfach nur unnötig!

Feierabend

Was auch jedes Mal ein großer Spaß ist, ist, wenn man nach dem Auflegen in die Stadt läuft, um sich ein Taxi zu nehmen und dann die ganzen anderen DJs mit ihren Koffern sieht, die auch gerade Feierabend machen. Und man denkt sich nur so: „Ah der Kollege ist jetzt auch fertig, ach und der Kollege holt sich mal wieder einen Döner“ und so weiter – schon immer sehr lustig.

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