Der Schreck am Ostermontag war groß, als ein riesiger Felsbrocken auf die viel befahrene Gutenberger Steige im Landkreis Esslingen stürzte. Verletzt wurde zum Glück niemand, die Schäden an der Fahrbahn waren gering und konnten schnell behoben werden. Eine akute Gefahr bestand nach Einschätzung von Experten nicht. Doch den jüngsten Untersuchungen zufolge sind entlang des Albaufstiegs vom Lenninger Tal auf die Albhochfläche zur B 28 Sicherungsmaßnahmen erforderlich.
Fangzäune und Schutznetze
Um Autofahrer vor möglichem Steinschlag zu schützen, ist der Hang an der Bundesstraße 465 oberhalb des namensgebenden Lenninger Ortsteils in den Jahren 2006 und 2007 mit Schutznetzen und -zäunen gesichert worden. Im Zuge der umfangreichen Straßensanierung im vergangenen Jahr wurden diese begutachtet und stellenweise instandgesetzt, heißt es aus dem zuständigen Regierungspräsidium (RP) Stuttgart. Im oberen Teil der Steige wurden darüber hinaus ergänzende Schutznetze angebracht.
Bei der aktuellen Begutachtung, die aufgrund der „nicht vorhersehbaren Felsstürze“ notwendig wurde, seien an den Zäunen „erhebliche Schäden“ festgestellt worden, die zeitnah instandgesetzt werden müssten, teilt eine Sprecherin der Behörde mit. „Da die Gutenberger Steige unter anderem in einem Naturschutzgebiet liegt, wurde eine Bauzeit außerhalb der Vogelbrutzeit festgelegt“, erklärt sie, warum bislang nichts passiert ist. Im Januar und Februar bestehe wiederum die Gefahr, dass aufgrund niedriger Temperaturen keine Zementstabilisierung durchgeführt werden könne. Geplant sei deshalb, mit den Arbeiten am 7. November des Jahres zu beginnen.
Häufige Steinschläge
Zunächst sollen die Felssicherungssysteme auf einer Länge von 1,7 Kilometern freigeschnitten und von einem Gutachter inspiziert werden, berichtet die RP-Sprecherin. „Dabei wird genau festgelegt, welche Bauteile gewechselt werden müssen. Im Anschluss werden die Instandsetzungsarbeiten von einer Fachfirma ausgeführt.“ Einige Fangzäune seien „durch Rutschmassen befüllt, die die Zäune stark belasten und beräumt werden müssen“. Zudem müsse ein Schutznetz mit ergänzenden Felsnägeln besser fixiert werden – es habe sich durch häufige Steinschläge gelöst.
Diese Arbeiten, die drei bis vier Wochen dauern werden, können laut dem Regierungspräsidium nicht unter rollendem Verkehr durchgeführt werden. Von der ursprünglich geplanten Vollsperrung der Gutenberger Steige nimmt die Behörde jedoch Abstand, nachdem die Gemeinde Lenningen intervenierte. „Die Arbeiten werden nun hauptsächlich unter halbseitiger Sperrung durchgeführt“, kündigt die RP-Sprecherin an. „Nötige Vollsperrungen werden gegebenenfalls an den Wochenenden erfolgen.“
Fahrbahnsanierung bis Mitte Oktober
Die Felssicherung schließt sich fast nahtlos an die derzeitige Fahrbahnsanierung der B 465 zwischen Gutenberg und Oberlenningen an, die bis zum 14. Oktober in mehreren Bauabschnitten erfolgt – unter Vollsperrung. Obwohl man im ersten Teil wegen eines unzureichend geschützten Glasfaserkabels eine Woche im Verzug sei, sei der Fertigstellungstermin nicht gefährdet, betont die Behördensprecherin.
Und es geht weiter: Voraussichtlich im Spätherbst nächsten Jahres wird es auf dem Albaufstieg erneut Einschränkungen für den Verkehr geben. Dann soll ein ergänzender Fangzaun am Fuß der Gutenberger Steige errichtet werden – der Felssturz zu Ostern habe gezeigt, dass dies notwendig sei, sagt die RP-Sprecherin. Um den 250 000 Euro teuren Zaun bauen zu können, seien zunächst noch umfangreiche Vorarbeiten erforderlich.