Gymnasium in Stuttgart-Bad Cannstatt Das „Elly“ hat jetzt eine eigene Firma
Am Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium hat mit der Schülergenossenschaft „S-Elly for Future“ eine eigene Firma am Start. Jetzt wurde offiziell der Vertrag unterzeichnet.
Am Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium hat mit der Schülergenossenschaft „S-Elly for Future“ eine eigene Firma am Start. Jetzt wurde offiziell der Vertrag unterzeichnet.
Bad Cannstatt - Geduld und Ausdauer waren gefragt, bis der Vertrag unterschrieben werden konnte. Bereits vor eineinhalb Jahren sollte die Schülergenossenschaft am Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium offiziell besiegelt werden. Alles war vorbereitet – doch dann kam Corona. Jetzt wurde der Auftakt nachgeholt und der Vertrag unterzeichnet, später in der Woche stand dann noch eine Gründungsversammlung unter Coronabedingungen auf dem Programm (2-G-Regel, PCR-Test), bei der Vorstand und Aufsichtsrat gewählt wurden – alles wie in einer großen Genossenschaft. Und eine solche steht der Schülerfirma „S-Elly for Future“ auch begleitend zur Seite: die Cannstatter Filiale der Volksbank Stuttgart.
„Das Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium kam auf uns zu“, erläuterte Ralf Plessing. Der Regionaldirektor brachte dann den Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband (BWGV) ins Spiel. Dessen Vertreter Dietmar Blaß kann sich noch gut an die erste Begegnung im „Elly“ im Sommer 2019 erinnern. „Die Begrüßung war perfekt“, zeigte er sich schwer beeindruckt. „Ich hatte gleich ein hervorragendes Gefühl, dass wir die Schülergenossenschaft hinbekommen.“
Der betreuenden Lehrerin Julia Everwin sprach er ein großes Lob aus, dass sie und die Schule sich auf „das Wagnis Schülergenossenschaft“ eingelassen hätten. „Das verdient großen Respekt.“ Die Beteiligten würden „enorm viel lernen, was nicht im Lehrplan steht, auch für die eigene Persönlichkeit ist es hilfreich“. Es könne viel Nutzen für die Zeit nach der Schule gezogen werden.
Auch für Regionaldirektor Plessing bedeutet dies Neuland. „Es hat Spaß gemacht und ist für mich eine Bereicherung zu sehen, was euch bewegt“, zollte er den Gründungsmitgliedern der Schülergenossenschaft Lob. „Das kann sich sehen lassen.“ Plessing und Marco Da Cunha Narciso, der Filialgebietsleiter Bad Cannstatt werden im Aufsichtsrat der Schülergenossenschaft vertreten sein. Denn der Schülerfirma steht eine jährliche Prüfung durch den Genossenschaftsverband bevor. Da passte das Geschenk, das Plessing zur Vertragsunterzeichnung mitgebracht hatte, gut: ein Quittungsblock, der auch im digitalen Zeitalter noch Verwendung findet. In der neuen Firma seien die Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 12 schon sehr aktiv, beschreibt Lehrerin Julia Everwin den aktuellen Stand. Denn bis zur offiziellen Vertragsunterzeichnung waren diese trotz verspätetem Start nicht untätig. Es gibt drei Bereiche der Firma „S-Elly for Future“: Das Café Helene, der Verkauf von Fairtradeprodukten in den Schulpausen – das „Elly“ ist neben Modellschule für Inklusion auch offizielle anerkannte Fairtradeschule – und von schulnahen Produkten wie Bleistiften. Das Engagement der Beteiligten sei sehr groß.
Eine Schülergenossenschaft sei „ein Gewinn für alle“, betonte Dietmar Blaß. Als pädagogisches Projekt würde sie einen schulischen Lernort bieten, der die Beteiligten in ihrer beruflichen und gesellschaftlichen Entwicklung fordert und fördert. „Schülergenossenschaften bieten als realitätsnahe Geschäftsform praktische Lernerfolge aus erster Hand.“