Einer der größten Brocken auf dem Weg zur Klimaneutralität ist die Gebäudesanierung. Das gilt bundesweit genauso wie in Stuttgart. Ein Blick darauf, wie viele Stuttgarter im vergangenen Jahr einen Antrag auf Förderung bei der Stadt gestellt haben, zeigt: die Tendenz ist über die Jahre steigend, aber der Weg ist noch weit. Viel Zeit bleibt nicht, will die Stadt bis 2035 emissionsfrei sein.
In Stuttgart gibt es rund 320 000 Wohneinheiten, sagt Jürgen Görres, der Leiter der Energieabteilung beim Amt für Umweltschutz. Von diesen müssten rund 200 000 zumindest teilweise energetisch saniert werden. Der Klimafahrplan, den die Stadt zusammen mit der Beraterfirma Mc Kinsey erarbeitet und den der Gemeinderat im Sommer 2022 beschlossen hat, zeigt auf, dass allein für Gebäudesanierungen Investitionskosten von 6,7 Milliarden Euro nötig sind, etwa 5,9 Milliarden Euro davon als privates Kapital.
Zahl der Förderanträge gestiegen
Wie die Eigentümer in Deutschland insgesamt sind auch die Stuttgarter eher zurückhaltend, wenn es um die Sanierung ihrer Gebäude geht. Das jedenfalls legt der Blick auf die Anzahl der Förderanträge nahe. Im Jahr 2023 gingen bei der Stadt 411 Anträge ein, insgesamt 2026 Wohneinheiten wurden gefördert. Das ist zwar eine Steigerung, wenn man den Wert mit jenem von vor zehn Jahren vergleicht. 2013 gingen 275 Anträge ein, bedacht wurden 934 Wohneinheiten. Im Vergleich zum Soll sind die 2023 geförderten Wohneinheiten trotzdem zu wenig. Es sind gerade einmal ein Prozent der 200 000 Wohneinheiten. Bliebe es bei diesem Tempo, könnten 2035 noch knapp 180 000 übrig sein.
Frank Hettler, Leiter von Zukunft Altbau, dem vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderten Programm, das Gebäudesanierungen vorantreiben soll, rät Eigentümern, die das Kapital haben, zur Sanierung. Momentan finde man wieder eher Handwerker, sagt er. „Es wird mittelfristig nicht einfacher.“
Energieberatungszentrum ist Ansprechpartner
Förderungen gibt es für Heizungstausch und Gebäudesanierung vom Bund, Informationen dazu gibt es beim Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (Bafa) unter www.bafa.de. Diese Förderungen sind kombinierbar mit denen der Stadt Stuttgart, die ebenfalls Zuschüsse gewährt, wenn man sein Gebäude komplett oder zum Teil energetisch saniert. Ansprechpartner ist das Energieberatungszentrum (Ebz) in Stuttgart, eine Erstberatung ist die Voraussetzung für die Förderung, www.ebz-stuttgart.de.