Kreta Zwei deutsche Schatzsucher wurden festgenommen

Von red/dpa 

Zwei deutsche Taucher sind am Dienstag von der Hafenpolizei in Kreta festgenommen worden, weil sie archäologische Steine und Artefakte geborgen haben. Das ist in Griechenland strengstens verboten.

Diese Artefakte sollen die beiden Taucher geborgen haben. Foto: Hafenpolizei Chania
Diese Artefakte sollen die beiden Taucher geborgen haben. Foto: Hafenpolizei Chania

Athen - Mit verhältnismäßig professioneller Schatzsucher-Ausrüstung sowie 16 archäologischen Artefakten an Bord wurden am Dienstag zwei deutsche Segler auf der griechischen Insel Kreta festgenommen. Die Küstenwache fand an Bord des Segelboots einen Tauchroboter und Tauchausrüstungen sowie Scherben vermutlich antiker Amphoren. Die Nacht zum Mittwoch verbrachten der Mann und die Frau daraufhin in einer Gefängniszelle der Hafenpolizei der Stadt Chania. Der Diebstahl archäologischer Steine, Scherben und ähnlichen Objekten ist in Griechenland kein Kavaliersdelikt.

„Zum Schutz der Altertümer und des allgemeinen Kulturerbes“ heißt das entsprechende Gesetz, das in Griechenland den Diebstahl archäologischer Artefakte regelt. In diesem speziellen Fall soll es sich um Objekte aus der römisch-byzantinischen Zeit handeln - beeindruckend sehen die zum Teil verzierten und mit Algen und Muscheln überwachsenen Tonscherben allemal aus. Die genau Analyse muss griechischen Medien zufolge erst noch von Archäologen vorgenommen werden.

Man darf auch keine simplen Steine aus dem Meer mitnehmen

Bis dahin aber liegt der Fall der beiden Deutschen schon mal bei der Staatsanwaltschaft von Chania. In Griechenland ist es, ebenso wie in der Türkei, Ägypten und anderen Ländern, strengstens verboten, in antiken Stätten und aus dem Meer archäologische Artefakte und selbst auch simple Steine mitzunehmen. Hohe Haftstrafen können die Folge sein.

Erst am Wochenende hatte die griechische Küstenwache im Süden der Halbinsel Peloponnes sechs Taucher festgenommen, die an einem Wrack nach solchen Objekten gesucht und etliche aus dem Meer geholt hatten. Fachleute müssen nun überprüfen, was es mit den mutmaßlichen Altertümern auf sich hat. Das sei auch der nächste Schritt, was die beiden deutschen Segler betreffe, heißt es in griechischen Medien.