Hallenbad in Waldenbuch Der Jahreskarte droht das Aus

Von Thomas Krämer 

Die Stadträte sind sich einig: Der Zuschuss der Stadt für das Hallenbad auf dem Kalkofen soll sinken.

Fast eine halbe Million Euro muss die Stadt Waldenbuch jährlich für den Betrieb des Hallenbads zuschießen. Foto: Thomas Krämer
Fast eine halbe Million Euro muss die Stadt Waldenbuch jährlich für den Betrieb des Hallenbads zuschießen. Foto: Thomas Krämer

Waldenbuch - Besitzer von Jahreskarten können vom zweiten Halbjahr an im Hallenbad von Waldenbuch das Nachsehen haben. Der Verwaltungsausschuss hat sich in seiner Sitzung am vergangenen Dienstag einstimmig dafür ausgesprochen, in der neuen Gebührenordnung keine Jahreskarten mehr anzubieten. Diese soll von Juli an gelten. Über diese Empfehlung des Gremiums wird der Gemeinderat in den nächsten Monaten abstimmen.

Seit Januar 2010 kostet die Jahreskarte 240 Euro. „Extreme Vielschwimmer mit bis zu 260 Besuchen bezahlen für jedes Bad gerade einmal 92 Cent“, rechnete Kämmerer Werner Kiedaisch vor. Dieser Rabatt ist ihm gegenüber dem normalen Einzeleintritt – der kostet vier Euro – zu hoch. Stattdessen soll zu den bereits jetzt angebotenen drei verschiedenen Bonuskarten noch die „Platin-Karte“ dazukommen. Die würde 320 Euro kosten und den Eintrittspreis um ein Viertel auf drei Euro drücken, die bei jedem Besuch vom Kartenguthaben abgezogen werden.

Auch das Schulschwimmen wird teurer

Die Zustimmung des Gemeinderats vorausgesetzt, werden sich auch die Kosten für die seit 2003 im Hallenbad angebotenen Aqua-Jogging-Kurse erhöhen. Zusätzlich zum Eintrittspreis sollen die Teilnehmer dann 35 statt 30 Euro bezahlen. Auch die Gebühren für das Schulschwimmen sollen angehoben werden. Statt bisher 1,10 Euro würden von Juli an 1,50 Euro abgerechnet. Für die Waldenbucher Schüler ist das zwar ein Nullsummenspiel, allerdings könnte man für das Schulschwimmen von der Nachbargemeinde entsprechend mehr Geld in die Stadtkasse bekommen.

Nicht zuletzt durch die veränderten Gebühren soll der Zuschuss für das Hallenbad sinken. In diesem Jahr werden den Planungen zufolge knapp 492 000 Euro aus der Stadtkasse für das Bad auf dem Kalkofen entnommen. Damit trägt sich das Bad zu nicht einmal einem Fünftel. Gegenüber 2011 hofft man im Rathaus jedoch auf eine Verbesserung des Ergebnisses. Im vergangenen Jahr unterstützte die Gemeinde das Hallenbad mit mehr als 517 000 Euro, was einem Kostendeckungsgrad von weniger als 17 Prozent entspricht.

Fünf Prozent mehr Besucher

Im Vergleich zu 2010 stieg die Zahl der Hallenbadbesucher im vergangenen Jahr von 41 482 auf 43 475 – immerhin knapp fünf Prozent. Den größten Anteil daran hatten Jugendliche, die 1000 Mal öfter das Bad besuchten als noch im Jahr zuvor. Vom Zuspruch Mitte des vergangenen Jahrzehnts ist man jedoch noch weit entfernt. Im Rekordjahr 2004 wurden 52 770 Badegäste gezählt. „Wir wollen zielgruppengerichtet weiterarbeiten“, sagte Bürgermeister Michael Lutz und hofft genau wie Betriebsleiter Michael van den Borg auf mehr Gäste. Das soll unter anderem mit einer Filmvorführung im Bad erreicht werden, die im vergangenen Jahr 150 Kinder und Jugendliche ins Bad gelockt hatte. Auf neue Attraktionen wie eine größere Rutsche wird man jedoch nach Ansicht von Lutz erst einmal verzichten müssen. „So etwas sehe ich allenfalls mittelfristig“, sagte der Bürgermeister.