Hambacher Forst Journalist nach Sturz gestorben

Von red/dpa 

Nach einem Sturz von einer provisorischen Brücke im Hambacher Forst ist ein Mann an den Folgen des Unfalls gestorben. Der Journalist war rund 15 Meter in die Tiefe gefallen.

Während der großen Räumungsaktion im Braunkohlerevier Hambacher Forst ist ein Journalist von einer provisorischen Hängebrücke zwischen zwei Baumhäusern in die Tiefe gestürzt. Er verstarb später. Foto: dpa
Während der großen Räumungsaktion im Braunkohlerevier Hambacher Forst ist ein Journalist von einer provisorischen Hängebrücke zwischen zwei Baumhäusern in die Tiefe gestürzt. Er verstarb später. Foto: dpa

Kerpen - Während der großen Räumungsaktion im rheinischen Braunkohlerevier Hambacher Forst ist ein Journalist abgestürzt und hat tödliche Verletzungen erlitten. Das sagte am Mittwoch ein Polizeisprecher vor Ort. Der Mann war durch eine Hängebrücke gebrochen und etwa 15 Meter in die Tiefe gestürzt. Alle Arbeiten zur Räumung im Hambacher Forst seien sofort eingestellt worden.

Bei dem Toten handele sich um einen jungen Journalisten, der seit längerem das Leben der Aktivisten in den Baumhäusern dokumentierte, sagte der Polizeisprecher. Rettungs- und Polizeikräfte hätten Erste Hilfe geleistet, hätten den Mann aber nicht mehr retten können. Der Polizeisprecher betonte: Zur Zeit des Unglücks „fanden keine polizeilichen Maßnahmen in der Nähe der Unglücksstelle und am genannten Baumhaus statt“.

39 Baumhäuser bereits geräumt

Seit einer Woche sind die Behörden mit einem massiven Polizeiaufgebot dabei, die Baumhäuser der Umweltaktivisten zu räumen und abzubauen. Bis zum Mittwoch waren nach Angaben der Polizei 39 von 51 Baumhäusern geräumt.

Die Waldbesetzer protestieren gegen das Vorhaben von RWE, weite Teile des Forstes abzuholzen. Es soll dort Braunkohle gebaggert werden. Der Wald gilt als Symbol des Widerstands gegen die Kohle und die damit verbundene Klimabelastung. In bis zu 25 Metern Höhe haben Aktivisten Baumhäuser errichtet und halten den Wald damit seit sechs Jahren besetzt.

Aus Sicht von RWE ist die Abholzung des Hambacher Forsts unvermeidbar, um die Stromproduktion in den Braunkohlekraftwerken zu sichern. Gegner der Rodung argumentieren, der Wald habe eine 12 000 Jahre lange Geschichte. Es gebe dort Vorkommen streng geschützter Arten wie Bechsteinfledermaus, Springfrosch und Haselmaus. Der Protest vor Ort richtet sich auch gegen den Abbau von Braunkohle allgemein.