Handball Die SG darf den Supercup nur anschauen

Von  

Leonberg/Eltingen unterliegt dem württembergischen Meister TSV Blaustein in der Stuttgarter Porsche-Arena mit 26:34 (13:16). Als die Halle sich am Ende langsam füllt, haben die Ziehfreund-Schützlinge nicht mehr viel zu bieten.

Chancen, so wie hier für Christian Auer, gab es in der Porsche-Arena für die SG Leonberg/Eltingen genug – zu viele blieben ungenutzt. Foto: Baumann
Chancen, so wie hier für Christian Auer, gab es in der Porsche-Arena für die SG Leonberg/Eltingen genug – zu viele blieben ungenutzt. Foto: Baumann

Stuttgart - Jetzt wissen auch die Spieler der SG Leonberg/Eltingen, wie es sich anfühlt, ein Finale zu verlieren und als erster noch einmal einzulaufen, um sich den Trostpreis abzuholen. Denn beim Supercup-Abend in der Porsche-Arena muss schließlich alles den gebührenden Rahmen haben. Wenn der deutsche Pokalsieger (SC Magdeburg) auf den deutschen Meister Rhein-Neckar Löwen trifft und das Fernsehen live überträgt, dann darf natürlich auch das Vorspiel nicht daher kommen wie der letzte Höfleswetz.

Also mussten die Schützlinge von Trainer Frank Ziehfreund in den sauren Apfel beißen und vor inzwischen rund 1000 Zuschauern als erste in die Halle laufen, um dann mit anzuschauen, wie der TSV Blaustein den württembergische Supercup in Empfang nahm. Zum Glück drängte die Zeit, da die Profis pünktlich um 20.15 Uhr beginnen mussten. So zog sich die Zeremonie nicht unnötig in die Länge.

Sportlich begrenzter Wert

Allerdings dürften sich Frust und Enttäuschung ob der Niederlage in Grenzen gehalten haben. Der Wert des Pokals hält sich doch eher in Grenzen. Die Veranstaltung wurde überhaupt nur ins Leben gerufen, weil der Supercup der Profis nun schon zum dritten Mal in Stuttgart stattfand.

Ob es eine Zukunft für das Finale auf der Amateur-Ebene gibt, lässt auch der Manager des württembergischen Handball-Verbandes, Thomas Dieterich offen: „Es gibt noch keine endgültige Entscheidung darüber, ob es damit weitergeht, wenn die Veranstaltung der Profis nicht mehr in Stuttgart ist. Das Spiel der Amateure alleine wird wahrscheinlich nicht funktionieren.“

Erste Hälfte vor fast leerer Halle

Im großen Rund der über 6000 Zuschauer fassenden Arena verloren sich zu Beginn der Partie 300 Fans. SG-Spieler Dominik Fischer hatte das trotz aller Konzentration auf das Finale sehr wohl registriert: „Dieses Event geht hier unter in der leeren Halle.“ Das Erlebnis, einmal in der Porsche-Arena gespielt zu haben, wird für ihn trotzdem ein ganz besonderes bleiben. Und im ersten Durchgang sah es auch noch so aus, als ob der Württembergligist dem Oberligaaufsteiger aus Blaustein tatsächlich paroli würde bieten können.

Der Meister der Staffel Süd, der sich mit einem Sieg über den Nord-Titelträger für dieses Endspiel qualifiziert hatte, startete zwar besser und legte eine 5:2-Führung vor. Doch so nach und nach fand der württembergische Pokalsieger besser ins Spiel. Trainer Frank Ziehfreund hatte in erster Linie die Mannschaft aufgeboten, die in dem Wettbewerb für den Überraschungscoup gesorgt hatte. Nach Treffern von Andreas Binder (2), Ladislav Goga, Lars Neuffer und Jakob Ulrich glich die SG in der 15. Minute erstmals wieder aus. Binder traf anschließend sogar zur 9:8-Führung. Weil dabei aber immer noch zu viele klare Chancen ausgelassen wurden und aus mehrfachem Überzahlspiel kein Nutzen gezogen werden konnte, ging die SG mit einem 13:16-Rückstand in die Pause.

Die Leonberger Fehler nehmen zu

Im zweiten Durchgang hielt das Leonberger Team nur in den Anfangsminuten bis zum 17:18 mit. Dann schlichen sich zunehmend Fehler ein. Der TSV Blaustein, in dessen Reihen mit Philipp Frey und Jan-Marco Behr auch zwei ehemalige Zweiligaspieler stehen, hielt das Tempo weiterhin hoch.

Dem konnte die SG Leonberg/Eltingen nicht mehr folgen. Mehrere Ballverluste machten es dem Gegner einfach, sich bis zur 50. Minute auf 30:20 abzusetzen. Die Partie war entschieden. Das sah Trainer Frank Ziehfreund natürlich gar nicht so gerne: „Wir haben am Ende ein bisschen den Kopf und unser Konzept verloren. Deshalb tun wir gut daran, nie zu vergessen, wo wir herkommen. Manche meinen schon, wir gewinnen jedes Spiel.“ Wem das noch nicht klar war, wird es spätestens dann gemerkt haben, als er mit seinem Team bei der Siegerehrung zuerst in die Arena laufen musste.

SG Leonberg/Eltingen: Keller, Weihing, Rilling (1), Binder (4), Maresch (1), Nicolau (1), Baumgartl, Mücke (1), Neuffer (8/1), Merkle (1), Ulrich (5), Fischer, Goga (2), Auer (2/1).