Handball, dritte Liga: HSG Stuttgart/Metzingen Das Ziel: Präsenz in Liga eins und zwei

Edina Rott, die Trainerin der HSG Stuttgart/Metzingen und ehemalige Nationalspielerin, gibt Anweisungen. Bislang werden diese von ihrer Mannschaft bestens umgesetzt. Das junge Team ist Spitzenreiter. Foto: Eckhard Eibner

Die Talente der HSG Stuttgart/Metzingen um Trainerin Edina Rott genießen die Tabellenführung in der dritten Handball-Liga Süd. Der Aufstieg ist aber in dieser Runde kein Muss, mittelfristig aber schon.

Auch zu Beginn des neuen Jahres bleibt die HSG Stuttgart/Metzingen das Überraschungsteam in der dritten Handball-Liga Süd der Frauen. Die mit einem Altersschnitt von weniger als 20 Jahren jüngste Mannschaft der Liga, bezwang am Sonntag den TuS Schutterwald mit 34:30 und bleibt nach 13 Spieltagen mit lediglich vier Minuszählern Tabellenführer.

 

Hinter dem Aufsteiger folgt punktgleich der HC Erlangen, Dritter ist mit zwei Punkten Rückstand der Zweitliga-Absteiger SG Schozach-Bottwartal. Am Saisonende sind der Meister und der Vize für die Aufstiegsspiele zur zweithöchsten deutschen Klasse qualifiziert. „Wir werden aller Voraussicht nach daran teilnehmen, wenn wir das sportlich schaffen, aber der Aufstieg ist für uns in dieser Saison noch kein Thema“, sagt die 52 Jahre alte Edina Rott.

Rott spielte für Ungarns Nationalmannschaft

Die 30-malige ungarische Nationalspielerin, die 1999 als Spielerin beim Erstligisten VfL Sindelfingen angeheuert hatte und nach einem Abstecher nach Hessen 2009 erst als Aktive, später als Trainerin beim TuS Metzingen hängenblieb, ist seit Saisonbeginn die Cheftrainerin beim Drittliga-Team. Zudem gehört sie auch dem Vorstand der vor gut eineinhalb Jahren gegründeten Spielgemeinschaft der Stuttgarter Kickers mit dem Erstligisten aus dem Ermstal an. „Wir hatten zu Beginn unserer Kooperation mit den üblichen Kinderkrankheiten zu kämpfen, aber mittlerweile läuft alles tadellos“, sagt Rott, die zusammen mit ihrem Vorstandskollegen Robert Schenker (zudem Coach des A-Jugend-Bundesligateams) für die Zweitvertretung der „Tussies“ sportlich verantwortlich ist.

Mittelfristig soll es in der Handballgemeinschaft aus der Landeshauptstadt und vom Fuß der Schwäbischen Alb tatsächlich je eine Frauenmannschaft in der ersten und in der zweiten Bundesliga geben. Aktuell, so Rott, reiche allerdings der Pool an Spielerinnen noch nicht aus, um gleichzeitig mit Vollprofis in der Eliteliga und mit talentierten Halbprofis eine Klasse darunter zu spielen. Mehrere Talente aus dem eigenen Nachwuchs, wie die Jugendnationalspielerin Ida Pätzold, trainieren freilich schon fest mit der ersten Mannschaft und durften auch schon Bundesligaluft schnuppern. Im Gegenzug gibt es auch einige Profis aus dem Kader von „oben“, die unter 23 Jahren alt sind und regelmäßig in der dritten Liga aushelfen dürfen.

Die Trainer-Töchter drehen auf

Zwei der aussichtsreichsten Kandidatinnen für eine große Handballkarriere haben am vergangenen Sonntag zusammen 19 der 34 Tore erzielt: Die 18 Jahre alte Patrizia Schenker, Tochter des Co-Trainers, traf zwölfmal ins Schwarze, Rebecca Rott, die 19-jährige Tochter der Cheftrainerin, steuerte bei ihrem Comeback sieben Tore bei. Die ehemalige Jugendnationalspielerin, die ebenfalls schon Erstligaerfahrung gesammelt hat, fiel zuletzt mit Rückenproblemen fast ein Jahr lang komplett aus. „Es ist natürlich für mich ein Traum, mein Kind wieder auf dem Spielfeld zu sehen, aber wir müssen sie jetzt erst wieder langsam zurück in den Rhythmus und zu alter Form führen“, sagt die Mutter und Trainerin.

Das nächste Punktspiel für den Überraschungstabellenführer ist am 14. Februar das Derby beim TV Nellingen. Vier Tage später ist dann der Tabellendritte SG Schozach-Bottwartal zu Gast, ehe am 25. Februar das Gipfeltreffen in Erlangen auf dem Programm steht. „Das ist für mich weiterhin die beste Mannschaft und der Topfavorit auf den Titel, auch wenn wir gegen sie im Hinspiel unsere beste Leistung der Saison gezeigt und sie bezwungen haben“, sagt Edina Rott. Eine Woche vor Weihnachten hatten die HSG-Talente das erste Aufeinandertreffen mit den Mittelfränkinnen in der Möhringer Rembrandthalle mit 36:31 gewonnen.

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