Hatto Zeidler (78) Liebe zu Lappland

Von ah 

Der Bildhauer Hatto Zeidler ist der Einsamkeit Lapplands verfallen. Immer wieder schultert er den Rucksack und wandert in den Landstrichen jenseits des Polarkreises.

Im Rucksack hat er alles, was er draußen braucht: Hatto Zeidler. Foto: Uta Süße-Krause
Im Rucksack hat er alles, was er draußen braucht: Hatto Zeidler. Foto: Uta Süße-Krause

Knittlingen - Der in Hohenklingen bei Knittlingen (Enzkreis) lebende Bildhauer Hatto Zeidler wandert regelmäßig nach Norden, genauer: nach Lappland, hinter den Polarkreis. Dort, in der Einsamkeit, erlebt er ein einzigartiges Freiheitsgefühl. Jetzt hat er seine Erfahrungen in einen Roman gepackt.

Den Grundstein für seine Wanderungen setzte eine Hochzeit, nämlich seine. Die lapplanderfahrene Fotografin und Musikerin Uta Süße-Krause hatte ihren Zukünftigen von den Reizen einer Trauung in einem Sommerlager der Samen überzeugt. Der Ort des Geschehens war eine Kirche, die „einem riesigen alten Maulwurfshaufen, mit Gras und kleinen Bäumchen überwachsen“, ähnelte und im Inneren „ein überraschendes Gefühl von Zuhausesein“ weckte. Der Zeremonie folgte die erste Tour durch Lappland, wo man noch frei ­zelten darf, was den beiden ebenso wie die Reduzierung des Lebens auf das Nötigste ein intensives Unabhängigkeitsgefühl beschert. Drei der Touren beschreibt Zeidler in seinem Buch „Ein Badener in Lappland“.

Geboren ist Zeidler 1938 im Egerland. 1945 floh die Familie und ließ sich in Eberbach am Neckar nieder. Nebenberuflich betrieb er das vom Vater erlernte Bildhauerhandwerk, hauptberuflich zog er die Pädagogik vor. 15 Jahre lang war der promovierte Soziologe und Kunstwissenschaftler Lehrer an Volks- und Realschule, von 1974 bis 2003 Dozent an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. 2010 entdeckte er seine Liebe für Lappland. Noch leben er und seine Frau in Hohenklingen, aber sie liebäugeln mit einem in Schwedenrot angestrichenen „Holzhüttle“, möglichst an einem einsamen See. Maximal 20 Quadratmeter soll es groß sein. Dass er und seine Frau so leben können, bezweifelt niemand, denn bei ihren Lappland-Wanderungen erleben sie ja, dass sie ihre Habe auf je einen Rucksackinhalt reduzieren können.