Haustierhaltung Wenn das Kaninchen im Osterkörbchen landet

Von Kathrin Klette 

Selbst erfahrene Halter unterliegen manchmal bekannten Irrtümern. Der Tierschutzverein gibt wichtige Tipps.

Süße Kaninchen. Foto: Kaninchenschutz e.V.
Süße Kaninchen. Foto: Kaninchenschutz e.V.

Kreis Böblingen - Ostern ist das Fest der Langohren. Dazu gehören nicht nur die Feldhasen, sondern ebenso die beliebten Hauskaninchen. Vor allem zu Ostern möchten immer wieder Eltern ihren Kindern den Wunsch nach einem kleinen Osterhäschen, eben einem Kaninchen, erfüllen. Damit das für Mensch und Tier kein trauriges Ende nimmt, sollten die Käufer einiges beachten. Petra Deyringer-Kühnle vom Tierschutzverein Böblingen, und dort Ansprechpartnerin für Kaninchen, gibt wichtige Ratschläge:

Keine Spontankäufe Wer es bisher noch nicht gelernt hat, wird es womöglich nicht mehr. Doch wer sich ein Tier anschafft, sollte sich das vorher gut überlegen und sich ausreichend informieren, betont Dey­ringer-Kühnle. „Wir merken es an Ostern, aber auch zu Weihnachten, dass vier bis sechs Wochen danach die Abgabezahlen nach oben gehen, weil die Menschen merken, dass die Haltung doch aufwendiger ist, als sie es sich vorgestellt haben.“ Die passende Beratung über die richtige Haltung, das richtige Futter und Gehege erhalten Interessierte in Tierheimen oder bei Tierschutzvereinen.

Kaninchen sind keine Kuscheltiere Oft werden Kaninchen als ideale Haustiere für Kinder angesehen, „aber das ist nicht so“. Kinder möchten Tiere zum Schmusen wie eine Katze oder einen Hund, „aber Kaninchen mögen es zum Beispiel gar nicht, wenn man sie hochnimmt“. Für sie ist das wie der Beutegriff eines Raubvogels. Nach Deyringer-Kühnles Erfahrung können erst Jugendliche von 12 bis 13 Jahren an verantwortungsvoll mit Kaninchen umgehen.

Häufige Irrtümer Während Feldhasen Einzelgänger sind, leben Kaninchen in Kolonien und dürfen deshalb auf gar keinen Fall allein gehalten werden. Zwei Kaninchen sind das Minimum. In diesem Fall am besten ein Weibchen und ein kastriertes Männchen oder auch zwei Weibchen. Kaninchen brauchen zudem viel Platz. Die aus dem Handel bekannten Käfige sind für die Haltung absolut ungeeignet, sagt Petra Dey­ringer-Kühnle. Für zwei Tiere seien sechs Quadratmeter das Minimum, damit sie ausreichend Platz haben. „Bei der Ernährung muss man sich eigentlich nur an der Natur orientieren.“ Das heißt: Die Tiere müssen grundsätzlich immer Heu zur Verfügung haben und ansonsten jede Menge Frischfutter bekommen. „Pelletfutter brauchen Kaninchen eigentlich gar nicht.“

Erst zum Tierheim Wer sich für einen Kauf entschieden hat und gerne ein Kaninchen möchte, den sollte sein Weg als Erstes ins Tierheim führen, nicht zum Züchter oder in die Zoohandlung. „Die meisten Tierheime sind voll – auch mit Jungtieren.“

Weitere Informationen
erteilt der Tierschutzverein Böblingen, Telefon 0 70 31 / 2 50 10, E-Mail: kontakt@tierheim-boeblingen.info.




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