Heidelberg Fast 1000 Teilnehmer beim „Women´s March“

Von Johanna Eberhardt 

Fast 1000 Menschen haben am Samstagnachmittag in Heidelberg bei einem sogenannten „Women’s March“ für gesellschaftliche Vielfalt demonstriert.

In Heidelberg haben am Samstag beim „Women’s March“ Menschen für gesellschaftliche Vielfalt demonstriert. Foto: AFP
In Heidelberg haben am Samstag beim „Women’s March“ Menschen für gesellschaftliche Vielfalt demonstriert. Foto: AFP

Heidelberg - „Join us“, „kommt mit“, lautete die Devise am Samstagnachmittag beim Solidaritätsmarsch der amerikanischen Frauen in Heidelberg für den großen „Women´s March on Washington“. Und viele sind der Aufforderung gefolgt, bis aus Stuttgart sind einige angereist zum einzigen „Sister March“ der weltweiten Kundgebung für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung in Baden-Württemberg. Es war ein fröhlich-bunter Protestzug, dessen Teilnehmer und Teilnehmerinnen unermüdlich und lautstark englische Sprechchöre skandierten. Etwa 600 Menschen waren am Anfang der Altstadt losgezogen, am Ende des Marsches durch die enge Hauptraße waren es nach Schätzungen der Polizei fast 1000 geworden. „Wir wollen ein klares Signal an unsere Regierung aber auch an alle Frauen geben: Frauenrechte sind Menschenrechte“, sagte eine der Rednerinnen. „Der Marsch zeigt, dass wir nicht allein sind; niemand darf die Rechte anderer mit Füßen treten“.

Nur ein erster Schritt

Nicht nur der Ausgang der US-Präsidententewahl, auch die ganze Stimmung, die sich bereits im Wahlkampf davor gezeigt habe, sei für viele Menschen Anlass zur Sorge. „Es wird Rückschritte geben bei den Menschenrechten, bei allen Gleichheitsrechten, bei der Gleichstellung von Frauen und Männern, es droht die Marginalisierung aller klassischen Minderheiten – von Behinderten bis zu religiösen Gruppierungen“, meinte sie. „Deshalb wollen wir ein Zeichen für den Zusammenhalt setzen und der Marsch zeigt: wir sind nicht allein“.

„Wir sind Everyday-Women“, keine Profi-Organisatorinnen“, versichert eine andere. „Wir marschieren für unsere Kinder, unsere Familien, uns selbst und für unsere Zukunft“. Die liberale Demokratie sei derzeit nicht nur in Amerika sondern auch diesseits des Atlantiks in Gefahr, meinte sie. Die Botschaft an die politische Führung laute daher: „Es wird keinen Frieden in der Welt geben ohne Gerechtigkeit. Wir alle müssen die Rechte achten, das gilt auch für unsere gewählten Vertreter“. Der Frauenmarsch, kündigten die Veranstalterinnen an, sei nur ein erster Schritt gewesen. „Wir werden auch künftig zusammen stehen“. So sahen das auch die Teilnehmer auf dem Heidelberger Marktplatz: „We are unstoppable, a better world is possible!“ - Wir sind nicht zu stoppen, eine bessere Welt ist möglich, skandierten sie.