Was die Internetversorgung angeht, liegt die Antwort für Weissach auf der Hand: „Wir haben in Weissach und Flacht lediglich einen Internetanschluss mittels Kupferkabel“, erklärt der neue Bürgermeister Jens Millow. Derzeit gebe es leider auch noch kein Konzept für eine flächendeckende Glasfaserversorgung. Im Jahr 2021 startete ein Projekt, um den Ort mit Glasfaser zu versorgen. „Leider haben sich lediglich 16 Prozent der Haushalte dafür entschieden.“ Die notwendige Quote wurde damit nicht erreicht und das Projekt nicht weiterverfolgt. Um weiter voranzukommen habe er das Projekt im vergangenen November neu belebt. „In den kommenden Wochen und Monaten werden wir noch einmal aktiv für einen Glasfaseranschluss werben.“
In Leonberg und Rutesheim sind die Voraussetzungen ganz andere. In Leonberg zum Beispiel konnten in den vergangenen drei Jahren zwei Drittel des Stadtgebiets, rund 19 000 Haus- und Unternehmensanschlüsse, an das Glasfasernetz angeschlossen werden, berichtet der Pressesprecher Sebastian Küster. Die Telekom hat in dieser Zeit die Kernstadt, das Wohngebiet Ramtel, Eltingen und Warmbronn erschlossen. Die Ortsteile Höfingen und Gebersheim seien ebenfalls bestens versorgt mit Geschwindigkeiten von bis zu 1000 Megabit pro Sekunde. In den weniger gut versorgten Gebieten sind es immerhin 50 bis 250.
In Rutesheim und Perouse hat der Glasfaserausbau im Jahr 2021 begonnen. „Die Arbeiten sind abgeschlossen, die Aktivierung läuft“, erzählt die Bürgermeisterin Susanne Widmaier. „Damit können fast alle Bürgerinnen und Bürger, die die schnelle Anbindung wünschen, auch bedient werden.“ Nur einzelne Aussiedlerhöfe sind noch nicht angebunden. „Weiße Flecken im Sinne von größeren Gebieten gibt es nicht.“
Klimaschutz
Nicht umsonst ist Rutesheim im Frühjahr als fahrradfreundlichste Stadt im Ländle ausgezeichnet worden. Beim Einsatz für den Klimaschutz lässt sich die Kommune nichts vormachen. „Das Thema wird von Verwaltung und Gemeinderat intensiv unterstützt und gelebt“, sagt die Bürgermeisterin. Neben der Unterstützung des Radverkehrs und des ÖPNV nennt sie als Beispiele für größere Maßnahmen den Bau von Photovoltaik-Anlagen, LED-Umrüstungen und ganz aktuell die Nahwärmeversorgung, wie man sie auch aus anderen Kommunen kennt. Ausruhen auf den Lorbeeren ist keine Option. „Gut abzuschneiden, ist wie Rudern gegen den Strom: Wenn Sie nachlassen, fallen Sie ab“, formuliert es Susanne Widmaier.
Ungeachtet des Leservotums sind auch die Rathäuser in Weissach und Leonberg überzeugt, viel für den Klimaschutz zu tun. LED-Umrüstung, Setzen auf Ökostrom, Ausbau des Radwegenetzes und energetische Sanierungen zählt Sebastian Küster auf. Ebenso Carsharing-Angebote, E-Ladesäulen und E-Autos im kommunalen Fuhrpark.
Gleichwohl gebe es beim Klimaschutz natürlich immer Verbesserungspotenzial. Aktuell lässt die Stadt Leonberg einen kommunalen Wärmeplan entwickeln, der die Grundlage für die klimaneutrale Wärmeversorgung in Leonberg legen soll.
Die Gemeinde Weissach ist Partner des Klimaschutzpakts des Landes. „Wir haben einen fest angestellten Klimaschutzmanager, der intensiv an verschiedenen Projekten arbeitet“, sagt Jens Millow. Langfristig will die Gemeinde komplett klimaneutral werden. „Die ersten Schritte hierzu stehen Anfang Oktober an.“ Neben dem Klimaschutz dürfe der Kampf gegen das Artensterben nicht vernachlässigt werden. „Hierzu haben wir dieses Jahr alle kommunalen ,Schottergärten‘ in Staudenbeete umgebaut.“
Wozu einen Heimat-Check?
Stimmungsbild
Der Heimat-Check unserer Zeitung in Kooperation mit dem Unternehmen Umfrageheld hat ein Stimmungsbild in allen 140 Kommunen der Kreise Esslingen, Böblingen, Ludwigsburg und Rems-Murr erhoben. Vom 10. Juni bis zum 2. Juli konnte online das Votum abgegeben werden. Insgesamt 15 120 Menschen nahmen teil. Den Anspruch, repräsentativ zu sein, erhebt der Heimat-Check ausdrücklich nicht.
Systematik
In 14 Kategorien wurden je zwei Fragen gestellt, die auf einer Skala von eins (schlecht) bis zehn (sehr gut) beantwortet werden konnten. Dabei ging es um die Themen Lebensqualität, Gastronomie, Immobilienmarkt, Sport und Vereine, Familienfreundlichkeit, Gesundheitsversorgung, Sauberkeit, Sicherheit, Einzelhandel, Verkehr, Nahverkehr und Radwegenetz, Seniorenfreundlichkeit, Kultur und Freizeit sowie Digitalisierung, Energie und Klima.