Heimat-Check Rems-Murr-Kreis Wo man sich im Rems-Murr-Kreis am wohlsten fühlt
Die Auswertung unseres Heimat-Checks ergibt einen klaren Sieger. Nur eine Kommune erreicht im Schnitt aller Bewertungen einen Wert mit einer sieben vor dem Komma.
Die Auswertung unseres Heimat-Checks ergibt einen klaren Sieger. Nur eine Kommune erreicht im Schnitt aller Bewertungen einen Wert mit einer sieben vor dem Komma.
Mehr als 2600 Menschen haben an unserer Umfrage zum Heimat-Check im Rems-Murr-Kreis teilgenommen. In 14 Kategorien wollten wir von unseren Lesern wissen, wie wohl sie sich in ihrer Heimatkommune fühlen und wo sie der Schuh drückt. Auch wenn die Befragung strengen Ansprüchen einer statistisch repräsentativen Erhebung vermutlich nicht stand halten würde, zeigt die Erhebung doch Trends auf – und unter dem Strich einen klaren Favoriten.
Sieht man von Oppenweiler ab, dessen geringer Rücklauf bei der Umfrage keine belastbaren Schlüsse zulässt, landet Winterbach im Gesamtranking der Städte und Gemeinden auf Platz eins. Über alle 14 abgefragten Kategorien hinweg verteilen die Befragten der Kommune im Schnitt 7,17 Bewertungspunkte. Winterbach ist damit die einzige Kommune, die am Ende eine sieben vor dem Komma erreicht. Allein sechs Mal entscheidet die Kommune eine Einzelwertung für sich.
Besonders stark wird die Remstalkommune für sein Sport- und Vereinsangebot eingestuft, da verteilen die Bürger auf einer Skala zwischen eins und zehn im Schnitt 8,58 Punkte. Auch die Lebensqualität (8,54) und Sauberkeit (8,22) wird hervorragend bewertet. Aufholbedarf gibt es hingegen auf dem Immobilienmarkt. Der wird zwar über alle Kommunen hinweg (Schnitt: 4,42) als schlechteste Kategorie überhaupt bewertet. Winterbach aber rangiert dort mit seinen 4,16 Bewertungspunkten und einem 17. Platz unter den Kommunen für seine Verhältnisse ungewöhnlich weit unten.
Sven Müller, seit sieben Jahren der Bürgermeister in Winterbach, freut sich sehr über das „hervorragende Ergebnis: Dies bedeutet, die Winterbacher und unsere Gäste fühlen sich hier sehr wohl, die Menschen leben gerne hier und Besucherinnen und Besucher nehmen von Winterbach einen positiven Eindruck mit nach Hause.“
Platz zwei im Ranking der Kommunen belegen punktgleich mit 6,84 Weinstadt und Weissach im Tal, auf dem vierten Rang liegt Leutenbach (6,75), gefolgt von Urbach (6,69). Am besten bewertet unter den Großen Kreisstädten ist nach Weinstadt Fellbach (6,68), die Kreisstadt Waiblingen belegt mit 6,39 Bewertungspunkten nur Platz 13. Die Schlusslichter, Großerlach (4,85), Auenwald (5,03) oder Kirchberg an der Murr (5,21) sind überwiegend ländlich geprägte kleinere Kommunen mit eher bescheidenen finanziellen Mitteln.
Insgesamt schneidet der Rems-Murr-Kreis beim Heimat-Check Region Stuttgart, an dem mehr als 26 000 Menschen teilgenommen haben, hingegen gut ab. Mit einem Schnitt von 6,11 liegen die Ergebnisse hier nur knapp hinter hinter dem Erstplatzierten, dem Landkreis Böblingen, dem die Bürger eine 6,12 verteilen. Allerdings unterscheiden sich die Ergebnisse auch nur in Nuancen. Am Ende des Rankings erhält auch der Landkreis Esslingen (6,03) noch eine sechs vor dem Komma.
Für den Landrat Richard Sigel, der sich über das Ergebnis „positiv überrascht und hocherfreut“ zeigt, ist der Heimat-Check „ein Beweis dafür, dass die Menschen gerne an Rems, Murr und im Schwäbischen Wald leben.“ Der Mix aus wunderschöner Natur, vielfältigen Einkehrmöglichkeiten und einer starken Wirtschaft mache ihn besonders lebenswert.
Dennoch gebe es natürlich Herausforderungen. Eine große ist für Sigel bezahlbarer Wohnraum, sozusagen als Kehrseite eines Landkreises in dem es sich gut leben lasse. Der Wohnungsbau breche derzeit ein. Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass der Kreis selbst mit seiner Kreisbaugruppe entgegen dem Trend weiter investiere.
Als ein weiteres „Top-Thema“ nennt Sigel die Gesundheitsversorgung, bei welcher der Kreis mit Blick auf die klinische Versorgung zwar finanzielle Defizite habe, aber dafür „eine exzellente medizinische Versorgung für die Menschen im Landkreis von der Geburt bis ins hohe Alter“ sichere. Hier sei die „große Politik“ gefordert. „Sie muss die richtigen Stellschrauben drehen, damit eine gute medizinische Versorgung auskömmlich finanziert ist“, so der Landrat.
Mit Blick auf Digitalisierung und Zukunft sei zudem der Breitbandausbau zentral. „Wir kämpfen noch mit gewissen Defiziten, weil wir noch nicht flächendeckend mit Glasfaser ausgebaut sind.“ Allerdings komme man gut voran und werde die gesteckten Ziele früher erreichen als geplant, verspricht Sigel. Aktuell sei mindestens die Hälfte aller Haushalte angeschlossen.