Heimsheim Preis für Wasser steigt um 20 Prozent

Von Brunhilde Arnold und Kathrin Klette 

Die Bürger müssen für das frische Nass aus der Leitung fortan tiefer in die Tasche greifen.

2006 hat die Stadt zuletzt ihre Wasserpreise erhöht. Foto: Archiv
2006 hat die Stadt zuletzt ihre Wasserpreise erhöht. Foto: Archiv

Heimsheim - Wasser ist ebenso kostbar wie kostspielig – nicht nur das frische Wasser aus dem Hahnen, sondern auch dasjenige, das den Abfluss hinunterläuft. Seit mehr als zehn Jahren kosteten 1000 Liter frisches Wasser in der Schleglerstadt 1,36 Euro. Nun aber steigt der Preis auf 1,64 Euro (ohne Mehrwertsteuer). Denn die Wasserversorgung habe in den letzten Jahren nur noch Verluste geschrieben, hieß es von Seiten der Verwaltung. Die Kommunen sind aber durch das Kommunalabgabengesetz (KAG) dazu verpflichtet, ein Produkt wie Wasser nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen zu kalkulieren. Der Beschluss im Gemeinderat fiel einstimmig und ohne Diskussionen.

Robert Häuser von der Kommunalberatung Schmidt & Häuser aus Nordheim rechnete Gemeinderäten und Verwaltung anhand zweier Kalkulationsmodelle vor, wie der Wasserpreis in Heimsheim gestaltet werden könnte. Schließlich herrschte Einigkeit darüber, dass der Wasserpreis bei der kostendeckenden Gebührenobergrenze von 1,64 Euro pro Kubikmeter liegen soll. Dieser neue Preis wird rückwirkend zum 1. Januar 2017 erhoben. Wie lange er gelten soll, dazu machte der Gemeinderat keine Aussage. Das KAG sieht eine maximale Laufzeit von fünf Jahren vor. Diese könne aber jederzeit zum Zweck der Neukalkulation abgebrochen werden, sagte Berater Robert Häuser.

Spitzenreiter ist Weil der Stadt

Die Erhöhung ist nicht ganz ohne, immerhin steigt der Preis um rund 20 Prozent. Inklusive Mehrwertsteuer zahlen die Bürger letztlich also 1,75 Euro pro Kubikmeter Frischwasser. Im Vergleich mit den „Nachbarn“ befindet sich die Schleglerstadt damit allerdings immer noch am untersten Rand. Heimsheim liegt jetzt gleichauf mit Renningen, wo 1000 Liter Frischwasser den Verbraucher ebenfalls 1,75 Euro kosten, und nur ganz leicht über Friolzheim. Da sind es 1,74 Euro. In Rutesheim sind es dann schon 1,87 Euro. Weissach hatte über lange Zeit mit die niedrigsten Gebühren, nach der jüngsten Erhöhung Ende 2016 liegt die Gemeinde aber im Mittelfeld mit 2,09 Euro. Spitzenreiter ist Weil der Stadt, wo die vergangene Erhöhung zu reichlich Diskussionen geführt hat – allerdings auch wegen der deutlichen Anhebung der Grundgebühr. Pro Kubikmeter müssen die Bürger der Keplerstadt 2,41 Euro berappen.

Bei den Abwassergebühren klaffen die Unterschiede sogar noch deutlich weiter auseinander. Diese standen in Heimsheim allerdings nicht auf der Tagesordnung. Seit 2015 liegen die Beiträge für Abwasser dort bei 2,29 Euro je Kubikmeter. Zum Vergleich: In Weissach sind es nur 1,35 Euro, in Renningen 1,62 Euro. Auch Rutesheim und Leonberg liegen noch unter Heimsheim, dafür verlangt beispielsweise Friolzheim 2,87 Euro pro Kubikmeter, Weil der Stadt sogar 2,99 Euro.




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