Herrenberger Verwaltung gruppiert sich um Die Ausschreibungen liegen jetzt in einer Hand

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Die Stadt Herrenberg richtet eine zentrale Vergabestelle ein. Sie soll sicherstellen, dass kein Anbieter bevorzugt wird.

Die neue Abteilung  für Vergaben soll im Herrenberger Rathaus für mehr Rechtssicherheit sorgen. Vor wenigen Wochen hat sie ihre Tätigkeit aufgenommen. Foto: factum/Jürgen Bach
Die neue Abteilung für Vergaben soll im Herrenberger Rathaus für mehr Rechtssicherheit sorgen. Vor wenigen Wochen hat sie ihre Tätigkeit aufgenommen. Foto: factum/Jürgen Bach

Herrenberg - Einige wenige Städte haben sie schon, viele richten sie gerade ein: Die zentrale Stelle für Auftragsvergabe. Das hat Katharina Behr auf ihren Lehrgängen erfahren, die sie auf ihre Aufgabe in der ebenfalls neuen zentralen Vergabestelle der Herrenberger Verwaltung vorbereitet haben. Seit dem 1. Juli führt sie zusammen mit Julia Hassenteufel die frisch gebackene Abteilung. Was bisher in den Händen von drei Dezernaten war, wird jetzt zentral von den beiden Sachbearbeiterinnen verwaltet.

Der Vorteil ist die Rechtssicherheit

Der Vorteil für die Kunden der Stadtverwaltung ist Rechtssicherheit. Ob vergaberechtlich alles richtig läuft oder ein Anbieter bevorzugt wird, kann die Stadt durch die neue zentrale Vergabestelle am besten klären.

Als öffentlicher Auftraggeber ist die Stadt Herrenberg verpflichtet, alle Waren und Dienstleistungen, die sie einkauft, grundsätzlich durch eine öffentliche Ausschreibung zu vergeben. Nur was unter einem Wert von 3000 Euro liegt, kann dabei als Direktauftrag vom jeweiligen Fachamt selbst vergeben werden. Wenn also das Hauptamt einen neuen Druckertoner braucht, läuft das ohne die zentrale Vergabestelle ab, wenn aber sämtliche Drucker neu gekauft werden, dann greift, von einem Wert von 3000 Euro an, die sogenannte freihändige Vergabe, bei der drei verschiedene Angebote eingeholt und anschließend verglichen werden müssen. Wenn das Hauptamt also mehrere seiner Drucker austauschen will, muss das Amt bei drei Firmen Vergleichsangebote einholen. Diese Angebote prüft die zentrale Vergabestelle und erteilt gemeinsam mit dem Amt den Auftrag. Bei höheren Beträgen genügen drei Anbieter nicht mehr. Ab einem Nettowert von 35 000 bis 214 000 Euro bei Lieferungen und Dienstleistungen und bis zu 5 350 000 Euro bei Bauleistungen muss bundesweit ausgeschrieben werden.

Ebenfalls einfacher werden die komplexen Vergaben. Wenn das Tiefbauamt beispielsweise eine ganze Straße umbauen muss, reichen die beteiligten Fachämter ihre Anträge einfach online ein.

Die zentrale Vergabestelle hat alle wichtigen Informationen

So erhält die zentrale Vergabestelle alle wichtigen Informationen, und die beiden Sachbearbeiterinnen Julia Hassenteufel und Katharina Behr können auf diese Weise den gesamte Ausschreibungsprozess betreuen und ihre gesamte Expertise unter Beweis stellen, denn das Vergaberecht ist ziemlich kompliziert: „Wenn wir alle Informationen zentral erhalten, merken wir leichter, wenn etwas nicht passt, können direkt und rechtzeitig eingreifen und Vergabefehler vermeiden“, sagt Julia Hassenteufel. „Egal, ob bei einem Auftrag von 4000 oder bei einem von 250 000 Euro: Durch das Vergleichen der besten Angebote spart die Stadt bares Geld“, ergänzt Katharina Behr.

Mit der zentralen Vergabestelle hat die Stadtverwaltung Herrenberg nun mehr Rechts- und Verfahrenssicherheit, Korruptionsprävention und kann ihre Wirtschaftlichkeit in dem Bereich steigern. Außerdem hat sie einen besseren fachlichen Austausch und eine leichtere Erreichbarkeit der Stelle verwirklichen können. Bis dahin war es ein langer Prozess. Zwei Jahre hat die Stadt gebraucht, um die neue Vergabestelle einzurichten.




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