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Hightech Summit 2021 Die drei besten Start-ups aus dem Südwesten

Die Hightech-Branche des Landes findet erstmals wieder auf ihrem Branchengipfel vor Ort in Stuttgart zusammen. Junge Start-ups präsentieren ihre kreativen Geschäftsideen und tauschen sich mit etablierten Unternehmern aus.

Alf Henryk Wulf, Vorstandsvorsitzender der Wirtschaftsinitiative Bwcon, begrüßt im Stuttgarter Hospitalhof  junge Gründer und Unternehmer zum Hightech Summit, dem größten Digitalisierungsgipfel des Landes. Foto: bwcon/Uli Regenscheit
Alf Henryk Wulf, Vorstandsvorsitzender der Wirtschaftsinitiative Bwcon, begrüßt im Stuttgarter Hospitalhof junge Gründer und Unternehmer zum Hightech Summit, dem größten Digitalisierungsgipfel des Landes. Foto: bwcon/Uli Regenscheit
Korrespondenten: Markus Grabitz (mgr)
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Stuttgart - Endlich wieder auch persönlich traf sich die IT- und Digitalisierungsbranche aus dem Südwesten zu ihrem jährlichen Hightech Summit. Alf Hendryk Wulf, Chef vom Innovationsnetzwerk Bwcon, das das Treffen organisiert, begrüßte die Teilnehmer vor Ort im Hospitalhof und draußen im Land an den Bildschirmen: „Der Hightech Summit erweist sich immer mehr als etablierte Größe im Veranstaltungskalender der Branche Baden-Württembergs und gilt inzwischen als größtes Digitalisierungsevent im Land.“ Noch bis Mittwoch kommen in mehreren Städten im Südwesten Unternehmer, Gründer, Berater und Experten zusammen und tauschen sich zu Themen wie Digitalisierung, IT, Künstlicher Intelligenz vor dem Hintergrund der Herausforderungen des Klimawandels aus.

Was läuft in Deutschland anders als in den USA?

Bei einer Podiumsdiskussion, geleitet vom Chefredakteur der Stuttgarter Zeitung, Joachim Dorfs, ging es um die Frage: Wie schafft man den neuen Mittelstand? Zwei junge Gründer, Manuel Armbruster von Koenatec und Elisabeth Felberbauer von Bike Citizens, trafen dabei auf zwei etablierte Unternehmer, Peter Greiner von der Greiner-Gruppe sowie Helmut Schelling von Vector.

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Dorfs fragte, warum milliardenschwere Durchstarter-Unternehmen wie Google, Apple oder Tesla meist in den USA, aber eben nicht in Baden-Württemberg entstünden. Helmut Schelling von Vector erinnerte daran, dass die Finanzierungsbedingungen hierzulande häufig anders sind – zumindest zu seiner Zeit: „Es war schwierig“, erzählt er von der Anfangsphase seines Unternehmens, das mittlerweile weltweit mehr als 8000 Mitarbeiter hat: „Wir mussten schon im ersten Monat unser Geld verdienen.“ Als das junge Ingenieurbüro dann seinen ersten Kredit über 50 000 Mark brauchte, habe die Bank eine Sicherheit auf sein Privathaus verlangt. Bedauern will er das aber nicht: „Wir haben ein bisschen länger gebraucht mit dem Wachstum, dagegen waren wir aber niemandem rechenschaftspflichtig.“

Digitalisierung: ein Wachstumsbeschleuniger

Armbruster, Gründer von Koenatec, das sich auf digitale Energiemanagementsysteme spezialisiert hat, setzt dagegen auf schnelles Wachstum und ist dabei auch auf viel Fremdkapital angewiesen: „Wir stehen bereits vor unserer siebten Finanzierungsrunde“, berichtete der erst 30 Jahre junge Unternehmer. Er glaubt, dass die Digitalisierung ein schnelles Wachstum befördere: „Es ist leichter und geht schneller, mit Softwarelösungen einen Prototyp zu generieren, als wenn man dies mit einer Hardwarelösung leisten muss.“

Peter Greiner – die Greiner-Gruppe hat mittlerweile über 11 000 Mitarbeiter weltweit – erinnerte daran, dass es schon einer sehr überzeugenden Geschäftsidee bedarf, um Fremdkapital für das schnelle Wachstum einzusammeln: „Welcher Investor ist schon bereit, für eine Beteiligung in Höhe von einem Prozent an einem Unternehmen zehn Millionen Euro hinzulegen?“ Im Südwesten vollziehe sich das Wachsen von Unternehmen typischerweise anders: „Das funktioniert hier idealerweise im Schlepptau von einem großen Mittelständler.“ Wenn ein heimlicher Weltmarktführer, von denen es im Südwesten etliche gibt, einmal überzeugt sei von der Geschäftsidee, dann sei er häufig auch bereit zu kooperieren und gemeinsam mit dem Aufsteiger auf den Weltmarkt zu gehen. „Dort stellt sich dann auch regelmäßig der Erfolg ein“, berichtete Greiner.

Österreichische Firma mit Niederlassung in Baden-Württemberg

Die junge Gründerin von Bike Citizens, Elisabeth Felberbauer, kommt aus Österreich und bietet eine Plattform zur digitalen Förderung des Radverkehrs an. Obwohl ihr Unternehmen erst 35 Mitarbeiter hat, gibt es bereits eine Niederlassung in Baden-Württemberg. Das sei „kein Zufall“, sagte Felberbauer und verwies auf das innovative Umfeld im Südwesten. Sie warnte aber davor, Unternehmen als „nur Mittelstand“ abzuwerten: „Jedes Technologieunternehmen, dessen Service global verfügbar ist, hat das Potenzial für ein exponentielles Wachstum.“

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Höhepunkt aus Sicht der Start-up-Szene war die Preisverleihung am Dienstagabend. Über 120 Unternehmen hatten sich daran beteiligt und waren mit ihrem Geschäftsmodell angetreten. Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) gab die Preisträger bekannt und gratulierte den Gewinnern des Cyber-One-Wettbewerbs: „Es hat sich gezeigt, wie innovativ und leistungsstark unsere Start-ups im Land sind.“ Gerade in der Pandemie habe man gesehen, „dass wir innovative Geschäftsideen brauchen, um unsere Wirtschaft nach der Krise zukunftssicher aufzustellen“.

Start-up-Preis Cyber One

Businessplan
Die drei Gewinner beim Wettbewerb Cyber One Hightech Awards bekommen jeweils ein Preisgeld in Höhe von 10 000 Euro. Der Wettbewerb gilt als wichtigste Plattform für Start-ups in Baden-Württemberg. Rund 120 Start-ups waren mit ihrem jeweiligen Businessplan angetreten, neun Finalisten bekamen die Chance und wurden von Profis auf die Präsentation ihrer Geschäftsidee vorbereitet.

Preisträger
benchANT hat den ersten Preis in der Kategorie Medien- und Kreativwirtschaft geholt. Detagto gewann bei Industriellen Technologien. Eye2you setzte sich bei Life, Science und Health Care durch.