Der Countdown läuft, nur noch wenige Tage bis zu den Hip-Hop Open. Auch die Orsons aus Stuttgart sind dabei. Sie treten in die Fußstapfen von anderen erfolgreichen Hip-Hop-Formationen aus dem Kessel.

Stuttgart - Die Hälfte ist da. Maeckes und Plan B sind für einen Tag in der Heimatstadt. Oft passiert das derzeit nicht, denn die insgesamt vier Jungs von den Orsons waren gerade auf Tour mit Herbert Grönemeyer. Wie passt das denn? "Eigentlich gar nicht", sagt Maeckes und lacht. Auf dem Papier sei das sicher keine gute Hochzeit, aber in den Stadien ging es noch an jedem Abend ab. Auch wenn die Auftritte vor dem Herbert-Publikum kein Selbstläufer sind, es wird doch regelmäßig "Zugabe" gerufen. Zu dem Job der Vorband sind sie durch Grönemeyers Tochter gekommen. Die fand die Orsons gut und machte ihrem Papa den Vorschlag, die Jungs mit auf Tour zu nehmen. Und schon waren die Stuttgarter mit Herbert unterwegs.

Bei den Hip-Hop Open am 14.Juli dürfte das Publikum von Anfang an mitfeiern. Die Orsons aus Stuttgart gelten gemeinsam mit Pandamann Cro als die neue Generation des Hip-Hop aus der Heimatstadt. Dabei sind die vier schon lange im Geschäft und das vor allem als Solokünstler. Maeckes, Plan B, Tua und Kaas haben alle schon eigene Alben auf dem Markt, für das Projekt "Die Orsons" machen sie gemeinsam Musik. Sie sind nach eigener Aussage die beste Live-Band nach Michael Wendler und DJ Bobo, eine Boygroup, die fantastischen Vier, KIZ in schwul. Angenehm an den Orsons ist eben auch, dass sie sich selbst nicht zu ernst nehmen. Nach dem ganzen "Gangster-Rap" der vergangenen Jahre rappen die Jungs "über Schaukeln und Liebe". Das ist doch was. "Unsere Musik darf gerne auch positiv sein", sagt Plan B. Die "Gangster-Rapper" kann man damit schließlich immer noch am besten provozieren. 

Der Titel ist noch geheim

Ihr neues und inzwischen drittes Album erscheint - so der letzte Stand - am 28. September. Der Titel ist noch voll geheim, es soll ein bisschen erwachsener sein als die beiden Vorgänger. "Es ist eigentlich wie ein Tag im Sommer mit guten Freunden", sagt Plan B über das Album. Bei bestem Wetter mit Kumpels im Park, da hat man Spaß, redet aber sicher auch mal über ernste Themen. Die erste Single "Jetzt"  gibt da einen guten Eindruck. Die Arbeit am Album dauerte zweieinhalb Jahre, auch weil alle weiterhin an Soloprojekten arbeiten, aber auch, weil es nicht so einfach war sich auf eine gemeinsame Richtung zu einigen. Beim ersten Album brauchte es noch vier Schlafsäcke, einen Kasten Bier und ein gemeinsames Wochenende, beim zweiten Album dauerte es dann ein wenig länger als vier Wochen. "Es war echt das schwierigste überhaupt", sagt Maeckes über die Arbeit am dritten Album, "Musik ist definitiv keine Demokratie". 

Sie sperrten sich in einer Hütte im Allgäu ein, um nicht abgelenkt zu werden, nahmen in Stuttgart, Berlin und Prag auf. Die Orsons haben alles selbst produziert, "das hat dem Soundbild auch gut getan", sagt Maeckes. Die Schlägereien während der Produktion sind vergessen - natürlich gab es die nicht - die Jungs sind schon Freunde gewesen, bevor sie eine Band wurden. Im Herbst steht dann auch eine eigene Tour an und ein Besuch auf der Couch von Stefan Raab. Die Orsons treten beim Bundesvision Songcontest an. Für das Saarland. Die erste Idee war es, klar, für Baden-Württemberg anzutreten. Da sind aber in diesem Jahr Kool Savas und Xavier Naidoo am Start; also das Saarland, auch weil Kaas dort zeitweise wohnt. Mit dem Song "Horst und Monika" und unterstützt von Cro wollen sie gewinnen. Zumindest in jedem Fall halt teilnehmen. 

Ihr nächster Besuch zuhause werden die Hip-Hop Open sein. Sie selbst freuen sich natürlich auf den Auftritt der Kolchose, "damit sind wir groß geworden", sagt Maeckes. Und auch auf Mac Miller sind sie gespannt. Dann bleibt auch wieder mal Zeit Freunde zu treffen und entspannt in Stuttgart zu sein. Herzlich willkommen zuhause!