Noch bevor die Flüchtlingsdebatte über das Land hereinbrach, wollten Studenten der HdM ein Buch über Migranten in Deutschland machen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Filder-Zeitung: Rüdiger Ott (ott)

Vaihingen - Na klar gibt es da die Klischees. Ordnung, Disziplin, Sauberkeit, das gefalle ihnen, meint die italienische Familie. Die Frau mit afghanischen Wurzeln, Geburtsort Kitzingen, würde den Deutschen mehr Unbeschwertheit wünschen. Sie würden hier den Humor vermissen, meint das deutsch-israelische Paar. Aber eigentlich sei Heimat doch überall, wo man glücklich und frei sein kann, sagt die italienisch-griechische Combo.

Es sind dies einige Aussagen von insgesamt 21 Familien aus 21 Ländern, die für ein Buchprojekt der Hochschule der Medien (HdM) Pate gestanden haben. 15 HdM-Studenten aus fünf Studiengängen und über drei Fakultäten hinweg haben ein Jahr daran gearbeitet, im Freundeskreis nach Menschen mit Migrationshintergrund gesucht, sie interviewt und mithilfe eines Profifotografen in Szene gesetzt. Es sollte ein Buch werden über die globale und weltoffene Seite Stuttgarts, entworfen, bevor die Flüchtlingsdebatte das Land überrollte.

Entstanden ist ein daumendickes, schallplattengroßes Buch, das den Titel „Schwaben“ trägt. Ihre Protagonisten kommen aus Südost-Asien, aus dem Nahen Osten, aus Afrika, aus Mittel- und Südamerika, aber auch aus dem nahen europäischen Ausland, aus Frankreich, den Niederlanden, Polen, Irland. 300 Exemplare sollen in einer Kleinauflage gedruckt werden, aber die sind eigentlich schon vergriffen, bevor sie fertig sind. Deshalb sucht die Hochschule derzeit nach einem Verleger. Im Internet wird das Buchprojekt übrigens durch eine eigens eingerichtete Seite ergänzt.