Hohensteinhalle in Gingen eingeweiht Neues Zentrum für Sport und Kultur

Die Cheerleader der Grundschule sorgen in der neuen Hohensteinhalle für Stimmung. . Foto: Alen Pahic

Ganz Gingen feierte am Samstagabend die Einweihung der neuen Bosig-Hohensteinhalle. Der Neubau kostete rund 7,8 Millionen Euro.

Die ersten, denen bei der Einweihungsfeier die neue mobile Bühne in der Bosig-Hohensteinhalle gehörte, waren die Schülerinnen und Schüler der benachbarten Grundschule: „Die Halle ist wunderschön, jetzt können wir richtig zur Sportstunde gehen“, sangen die Jungen und Mädchen, die während der Bauphase teilweise auf das Buchsteiner-Areal hatten ausweichen müssen. Schon bei dem Spatenstich vor einem Jahr und dem Richtfest waren sie dabei gewesen. Für Grundschüler mag sich ein Jahr Wartezeit wie eine kleine Ewigkeit anfühlen, als Bauzeit einer Halle war es ein sportlicher Zeitplan.

 

Neues Zentrum für Sport und Kultur soll den Zusammenhalt stärken

Die schnelle Realisierung, die Nachhaltigkeit des neuen Gebäudes und die gemeinschaftliche Umsetzung des Projekts standen bei dem Festabend mit etwa 300 geladenen Gästen immer wieder im Vordergrund. So bat etwa Bürgermeister Marius Hick zu Beginn alle Ehrenamtlichen aus Gemeinderat und Vereinen, die bei der Konzeption der Halle mitgewirkt hatten, für ein gemeinsames Foto auf die Bühne. Als neues Zentrum für Sport und Kultur werde die Halle den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Ort noch weiter stärken, ist Hick überzeugt. Auch Franziska Franzisi, Vorsitzende des Kultur- und Sportkreises, sagte, dass die Vereine von der Verwaltung von Anfang an in die Planung ihres neuen Zuhauses eingebunden worden seien.

Eckehard Schöch, Geschäftsführer des Konstanzer Generalunternehmers i+R Industrie- und Gewerbebau, lobte die große Begeisterung der Gemeinde an dem Bauprojekt. Der Neubau in reiner Holzbauweise stehe für eine zukunftsorientierte und nachhaltige Gemeindeentwicklung, betonte er. Das Holz für die Gingener Halle – aus Beton ist lediglich das Fundament – stamme aus Wäldern der Region, merkte er an: „Wenn jeder sechste Gingener jetzt einen Baum pflanzt, können wir in 50 Jahren wieder eine neue Halle bauen.“

Der Konstanzer Architekt Fredi D’Aloisio fügte hinzu, dass viel Material aus der abgerissenen alten Halle für das Fundament der neuen verwendet wurde. Er führte aus, dass die Kultur- und Sporthalle nicht nur dazu da sei, um Muskeln und Knochen zu stärken, sondern auch um zum geistigen und seelischen Wohlbefinden beizutragen. „Selten war der Begriff Festtag so zutreffend wie heute: Alle strahlen um die Wette,“ sagte die CDU-Landtagsabgeordnete und Bauministerin Nicole Razavi. „Da mache ich gerne mit.“ Es sei nicht selbstverständlich, dass es nun eine neue Generation der Hohensteinhalle gebe. „Eine Investition in Höhe von knapp acht Millionen Euro bringt jeden Kämmerer und Bürgermeister ins Schwitzen.“ 600 000 Euro bekam die Gemeinde aus der kommunalen Sportförderung des Landes; 2,7 Millionen Euro flossen aus dem Fördertopf des Landes für den Infrastrukturausbau der Ganztagesbetreuung.

Der Neubau bewegt sich im Kostenrahmen

Die Halle sei ein echter Hingucker aus Holz, so Razavi weiter. Das Gebäude überzeuge durch die Art, wie es geplant und gebaut wurde, so die Ministerin weiter: „Energieeffizient und mit toller Architektur, die sich traumhaft schön in die Landschaft einfügt“. Eine besondere Leistung sei, dass die Halle rechtzeitig und ohne Mehrkosten realisiert worden sei. „Das macht mich etwas stutzig“, räumte die Ministerin ein. „Höre ich doch von allen Seiten bei anderen Projekten etwas anderes.“ Dies liege sicherlich auch an einem Generalunternehmer mit gutem Controlling und Planungstiefe von Anfang an sowie an der guten Zusammenarbeit mit dem Landratsamt, was die Erteilung der Genehmigungen angeht.

Landrat Edgar Wolff überbrachte die Glückwünsche der Kreisverwaltung. Der Neubau der Hohensteinhalle sei ein gemeinschaftlicher Erfolg und stehe für Mut und Entschlossenheit der Gemeinde, einen Kraftakt anzugehen. Nun gebe es ganz neue Möglichkeiten für Sport, Bildung und Begegnung. Kuchens Bürgermeister Bernd Rößner brachte als Einweihungsgeschenk eine Spende über 500 Euro für die Anschaffung neuer Sportgeräte mit. Das Namensrecht für die neue Halle sei ja leider schon an einen Sponsor vergeben, stellte er fest: „Ansonsten wäre der Name Kuchener Hohensteinhalle auch schön gewesen.“

Der Weg zum Neubau der Bosig-Hohensteinhalle

Planung
 Vereine, örtliche Institutionen und Schule erarbeiten im Oktober 2019 mit dem Architekturbüro Kubus 360 in einem ersten Workshop ein vorläufiges Raumprogramm. Es ergeben sich insgesamt drei Varianten: Generalsanierung (4,8 Millionen Euro brutto), Generalsanierung mit Erweiterung (8 Millionen) und Neubau (7,2 Millionen). Im November beschließt der Gemeinderat, die Planung für einen Neubau weiterzuverfolgen. Kubus erarbeitet unter Beteiligung von Schule und Vereinen einen Testentwurf. Im Juni 2021 fällt im Gemeinderat der Beschluss für den Neubau und es erfolgt eine europaweite Ausschreibung. Der Gemeinderat vergibt den Bau der Halle an die Firma i+R. Der Förderbescheid über 2,7 Millionen Euro geht im November 2022 ein.

Bau
 Die alte Halle wird im Januar 2023 abgerissen; im Februar ist der Spatenstich für den Neubau, das Richtfest folgt im Juni. Wegen zusätzlichen Wünschen kostet die Realisierung am Ende insgesamt rund 7,8 Millionen Euro netto. 

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