Immobilienpreise in Stuttgart Das Eigenheim wird zum Luxusgut

Von Ralf Recklies 

Nicht nur in der Stuttgarter City sind die Immobilienpreise in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Auch in der Region wird es teurer – mit ein paar Ausnahmen.

Häusle bauen, Häusle bauen: Wer kann sich das in und um Stuttgart noch leisten? Foto: dpa
Häusle bauen, Häusle bauen: Wer kann sich das in und um Stuttgart noch leisten? Foto: dpa

Filder - Es ist alles andere als ein Geheimnis: Wohnen in Stuttgart ist in den meisten Fällen kein billiges Vergnügen, schon gar nicht im eigenen Haus, wenn man es denn kaufen muss. Das belegt der aktuelle Immobilienreport der Internet-Plattform Homeday. Dieser hat die Entwicklung des Immobilienmarktes in der baden-württembergischen Landeshauptstadt auf der Basis der von den Verkäufern gewünschten Kaufpreise analysiert. Dabei wurde nicht nur die Preisentwicklung in der Gesamtstadt untersucht. Vielmehr wurden Angebote auf diversen Online-Plattformen bezirksgenau, teilweise gar bis auf die Straßenzüge genau, ausgewertet. Das Ergebnis der Homeday-Studie: In den Filderbezirken sind die Immobilienpreise binnen eines Jahres recht unterschiedlich gestiegen – unterm Strich aber doch deutlich geringer als in Stuttgart-Mitte, wo die Preise laut der Homeday-Analyse innerhalb eines Jahres im Durchschnitt um 14,2 Prozent zugelegt haben.

Während die Wunsch-Immobilienpreise für Häuser in Möhringen und Degerloch laut der Studie im Schnitt binnen eines Jahres um mehr als acht Prozent gestiegen sind (Möhringen: 8,9 Prozent; Degerloch: 8,2 Prozent), sind die Preise für Häuser in Vaihingen vom ersten Quartal 2017 bis zum ersten Quartal 2018 laut der Homeday-Studie nur um 0,6 Prozent gestiegen. Kostete hier Anfang 2017 eine Immobilie mit 100 Quadratmetern Wohnfläche im Schnitt 380 500 Euro, so mussten für dasselbe Wohneigentum Anfang dieses Jahres gerade mal 2200 Euro mehr berappt werden, nämlich 382 700 Euro. Das ist nicht nur beim Blick auf Stuttgarter Verhältnisse recht moderat. Bei Eigentumswohnungen lagen die Preissteigerungen laut Homeday gemeinhin geringfügig darunter.

Preistendenz: Weiter steigend

In Birkach und Plieningen gingen die durchschnittlichen Quadratmeterpreise bei Häusern laut der Homeday-Analyse binnen Jahresfrist im Schnitt um 4,8 Prozent nach oben. In Euro heißt dies, dass aktuell beim Kauf einer Immobilie im Mittel 3843 Euro je Quadratmeter Wohnfläche fällig werden, Anfang des vergangenen Jahres waren es noch 3667 Euro – also 176 Euro je Quadratmeter weniger. In Sillenbuch sind die Kaufpreise demnach im Schnitt um 6,9 Prozent gestiegen, sprich: Statt 4321 Euro je Quadratmeter Anfang 2017 mussten dort von Januar bis März dieses Jahres beim Erwerb einer Immobilie – zumindest laut der im Netz ausgewiesenen Zahlen – im Schnitt 4617 Euro bezahlt werden, also knapp 300 Euro mehr. Und: Tendenz weiter steigend.

Mehr als 20 Millionen Angebotsdaten verglichen

Grundlage der von Homeday gemachten Analyse sind die aktuellen Marktpreisdaten für Stuttgart aus dem Homeday-Preisatlas. Für die Bestimmung der von Homeday angegebenen Marktpreise berücksichtigt der Preisatlas für Stuttgart Tausende veröffentlichte Angebotsdaten der vergangenen fünf Jahre aus rund 350 Datenquellen im Internet. Über einen auf Machine Learning basierenden Algorithmus werden diese mit rund 150 weiteren Merkmalen für jeden einzelnen Wohnblock im analysierten Gebiet verrechnet. Dazu gehören neben reinen Gebäudedaten zum Beispiel auch die Anbindung an Nahverkehrsmittel oder die Anzahl von Parks und Schulen in der Nähe zum Wohnort.

Während die Homeday-Studie auf der Auswertung von Angeboten im Internet basiert und somit vorrangig die Wunschpreise der Verkäufer widerspiegelt, geben die von Notaren dem Gutachterausschuss gemeldeten Verkaufsdaten die reale Entwicklung wieder.

Hier wird für das vierte Quartal 2017 anhand der 191 im Filderbereich verkauften Immobilien (150 Wiederverkäufe aus dem Bestand, 41 Neubauten) deutlich: Die Preissteigerung auf den Fildern lag auf Jahressicht über sieben Prozent. Dabei wurde im letzten Quartal 2017 in Degerloch eine Immobilie verkauft, bei der pro Quadratmeter nur 1333 Euro fällig wurden und diese Immobilie dabei unter den Bestandsimmobilien pro Quadratmeter die günstigste war. Aber auch die in den Stuttgarter Filderbezirken am teuersten verkaufte Immobilie ist laut den Daten, die dem Gutachterausschuss vorliegen, in Degerloch. Ein Käufer hat demnach knapp 8000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche der erworbenen Immobilie gezahlt.

Im Schnitt hat laut dem Gutachterausschuss der Quadratmeter Wohnfläche einer Bestandsimmobilie auf den Fildern 3555 Euro gekostet, bei Neubauten lag der Durchschnittspreis mehr als 2500 Euro höher: bei 5894 Euro.

Im Internet ist der Homeday-Preisatlas unter der Adresse www.homeday.de/preisatlas abrufbar. Dort können Durchschnittswerte für die Immobilienkaufpreise in Stuttgart – aber auch durchschnittliche Mietpreise – teilweise bis auf einzelne Straßenzüge genau abgerufen werden.

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