Homestory beim Marienplatz Clean und minimalistisch auf 50 Quadratmetern

Wir sind im Stuttgarter Süden bei Nadja zu Gast. Foto: Anna-Sophie Kächele

Klare Linien treffen auf Skulpturen, helle Möbel auf eine dunkle Wand. Nadja hat ihre Wohnung mit viel Liebe und Zeit eingerichtet. Wir haben die Architekturstudentin in ihrer Wohnung zwischen Marienplatz und Erwin-Schoettle-Platz besucht. [Plus-Archiv]

Ludwigsburg : Anna-Sophie Kächele (ask)

Schon als Kind hat sich Nadja von den Müttern ihrer Freundinnen durch deren Häuser führen lassen. Die Begeisterung für Inneneinrichtung blieb. Im November 2020 zog sie mit ihrem Freund in eine Zwei-Zimmer-Wohnung zwischen Marienplatz und Erwin-Schoettle Platz und kann dort 50 Quadratmeter frei gestalten.

 

,,Ich mag die hohen Decken und den Ausblick"

Wer in Stuttgart schonmal eine Wohnung gesucht hat, weiß um überteuerte Mietpreise und das große Glück überhaupt zu einer Wohnungsbesichtigung eingeladen zu werden. Nadja und ihr Freund schauen sich zehn Wohnungen an, bevor sie den Mietvertrag unterschreiben. Auch wenn der Traum nach einem Dielenboden erst einmal warten muss, die hohen Decken verstrahlen einen gewissen Altbaucharme. Gerade die schätzt Nadja, nicht umsonst nennt sie ihren Instagram-Account „Zwischenzweimeterachzig“.

Auch wenn die Architekturstudentin eigentlich mitten in das Stuttgarter Zentrum ziehen wollte, hängt sie an der ruhigen Lage, die alles bietet, was man im Alltag braucht. Ein weiterer Pluspunkt der Wohnung ist die Aussicht. ,,Ich find die Ecke vor dem Haus sehr besonders, weil die zwei Gebäude gegenüber sich aufweiten und dadurch eine Platzsituation entsteht.“ Ein Anblick, an dem sie sich immer noch erfreut.

Schwäche für Stühle

Andere Instagram-Accounts, Kataloge und AirBnB-Unterkünfte dienen Nadja zur Inspiration. Ihre Einrichtung ist ein Mix aus Ebay-Fundstücken, Ikea-Möbeln und ausgewählten Designerstücken. Eine von Nadjas Schwächen wird bei einem Blick auf den Essbereich deutlich: Unterschiedliche Stühle, die trotz verschiedener Materialien und Farben wohlbedacht aufeinander abgestimmt wirken. Eines ihrer besonderen Stücke ist der Wishbone Chair von Hans J. Wegner.

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Minimalistisch und clean

Bei der hellen aber eben doch übersichtlichen Wohnung trifft es sich gut, dass Nadja einen eher minimalistischen Lebensstil verfolgt, der sich auch an den Wänden zeigt. ,,Da wo ich umstellen kann, mach ich‘s sehr gerne, deshalb möchte ich mich nicht festlegen, mit Dingen, die an der Wand hängen“, erklärt Nadja die kahlen Wände. Dem wirkt sie mit einem dunklen Grünton entgegen, in dem nicht nur der Flur, sondern auch die Wand hinter dem Esstisch gestrichen ist. ,,Eine Bilderwand ist mir einfach zu unruhig aber ich wollte irgendetwas mit der Wand machen. Die Farbe macht den Raum gemütlicher.“

Klare Linien treffen auf ausgewählte Skulpturen, an die Nadja ihr Herz verloren hat. In ihrem heißgeliebten Stringregal findet man darum ein Kerzenständer, der aus verschiedenen Teilen besteht und auch ohne Kerzen wie ein stimmiges Element wirkt. Der Fernseher auf Füßen ist für Nadja ein Dekoobjekt, die Astronauten-Figur auf dem Fensterbrett stammt aus dem Design Museum Vitra.

Ein Gefühl von Freiheit

Die erste gemeinsame Wohnung gibt Nadja ein Gefühl der Freiheit, die Entscheidung was es abends zum Essen gibt trifft man nur noch zu zweit, das Wort ,,zuhause“ gewinnt an Bedeutung. Ganz fertig werden, wird die Wohnung wohl nie: ,,Ich bin immer am überlegen, wie ich umstellen kann und was noch fehlt.“

Dieser Text erschien erstmals am 31.03.2022.

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