Illegaler Welpen-Transport bei Ulm Ein Tierheim im Ausnahmezustand

Einige der Hundewelpen sind noch nicht einmal einen Monat alt – und dürfen daher eigentlich nicht transportiert werden. Foto: Tierheim Ulm 5 Bilder
Einige der Hundewelpen sind noch nicht einmal einen Monat alt – und dürfen daher eigentlich nicht transportiert werden. Foto: Tierheim Ulm

Die Behörden kontrollieren bei Ulm einen Tiertransport sowie einen Zuchtbetrieb und beschlagnahmen zahlreiche Hundewelpen. „Wir sind jetzt erst einmal voll“, sagt der Leiter des Ulmer Tierheims.

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Ulm - Im Ulmer Tierheim im Örlinger Tal herrscht derzeit der Ausnahmezustand. Zunächst entdeckten Zollbeamte am Sonntag bei einer Kontrolle eines Kleintransporters auf der A8 bei Dornstadt (Alb-Donau-Kreis) 97 Hundewelpen und drei Katzenwelpen. Bei einer genaueren Untersuchung stellte sich heraus, dass die Tiere entweder zu jung für einen Transport waren oder Krankheitserscheinungen aufzeigten. Das Team des Ulmer Tierheims um Ralf Peßmann nimmt 30 Tiere in ihre Obhut.

Nur einen Tag später nach dem Fund auf der Autobahn sind in einem Zuchtbetrieb im Kreis Biberach 67 vernachlässigte Hundewelpen gefunden worden. 20 Welpen nahm ebenfalls das Tierheim Ulm auf. „Wir sind jetzt erst einmal voll“, sagt Tierheimleiter Ralf Peßmann. Der Rest der Tiere kam in Tierheimen in Sigmaringen und Biberach unter.

Die Tiere seien „einigermaßen beieinander“

Der Fahrer führte zwar die nötigen Frachtpapiere für den Transport von der Slowakei nach Spanien mit sich, außerdem sollen alle Tiere mit vorgeschriebenen Chips für Auslandsreisen sowie EU-Heimtierpässe ausgestattet gewesen sein. Die hinzugezogenen Tierärzte des Veterinärdiensts stellten allerdings fest, dass ein Teil der Welpen zu jung für einen Transport war.

Außerdem zeigten einige Tiere Krankheitssymptome, wie leichten Augenausfluss, teilt das Landratsamt Alb-Donau-Kreis in einer Pressemitteilung mit. Weitere Untersuchungen hätten zudem ergeben, dass einige Welpen unter Würmern leiden. 27 Welpen und drei Katzenjungen kamen zur Versorgung in das Ulmer Tierheim. Zwei Tage nach deren Ankunft seien die Tiere „einigermaßen beieinander“, sagte Tierheimleiter Ralf Peßmann am Dienstag.

Dass der Rest der Hundewelpen weiter transportiert wurde, kann Peßmann nicht nachvollziehen: „Das ist mir völlig rätselhaft, denn einige der Heimtierpässe waren offensichtlich gefälscht.“ Die Welpen seien teils erst vier bis fünf Wochen alt – und deswegen noch nicht transportfähig.

Tierheim wird mit Spenden überschüttet

Der Zoll beanstandete allerdings nicht alle Papiere der mitgeführten Tiere und so ging es für 70 Hundewelpen weiter in Richtung Spanien. Während auf die Verantwortlichen ein Bußgeldverfahren zukommt, geht es im Ulmer Tierheim derzeit drunter und drüber. Wie es mit den Welpen weitergeht, kann Peßmann noch nicht genau sagen. Da die Tiere immer noch als beschlagnahmt gelten, könne es einige Wochen dauern bis ein Richter über die Zukunft der Welpen entscheide.

Auf Facebook reagierten zahlreiche Nutzer auf den Beitrag des Tierheims und wollten wissen, wie man Geld spenden könne. Erst vor kurzem waren Unbekannte in das Tierheim eingebrochen, was bereits für eine Spendenlawine gesorgt hatte. Über 63.000 Euro sind in den vergangenen Wochen beim Tierschutzbund Ulm und dem Tierheim eingegangen, wie der Spendenzähler auf der Webseite zeigt. Das Geld können Peßmann und sein Team derzeit gut gebrauchen.

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