Immer mehr Kampfhunde werden gehalten Zahl der Hunde-Attacken steigt um 54 Prozent

Von Philipp-Marc Schmid 

Im Rhein-Neckar-Kreis wurde ein 15-Jähriger durch Hundebisse schwer verletzt. Ein besonders krasser Fall – doch die Zahl der Hundeattacken steigt im ganzen Land. Das liegt auch an der steigenden Zahl der gehaltenen Tiere.

Ein Hund fletscht die Zähne. Foto: Art_man/AdobeStock
Ein Hund fletscht die Zähne. Foto: Art_man/AdobeStock

Leimen/Stuttgart - Die Zahl der Attacken von Kampfhundenauf Menschen hat in Baden-Württemberg in den vergangenen fünf Jahren um 54 Prozent zugenommen. Das geht aus Zahlen des Innenministeriums hervor, die unserer Zeitung vorliegen. Im Jahr 2014 wurden demnach 22 solcher Fälle registriert, 2018 waren es hingegen 34. Auch die Zahl der Delikte, bei denen die Polizei das Tatmittel Hund allgemein verzeichnete, ist in dieser Zeit angestiegen: von 1214 im Jahr 2014 auf 1397 im vergangenen Jahr.

Die meisten Straftaten mit Hunden wurden 2018 mit 178 im Bereich des Polizeipräsidiums Karlsruhe festgestellt, danach folgen Mannheim mit 148 und Konstanz mit 144. Im Bereich des Polizeipräsidiums Stuttgart waren es 100 Fälle. Die wenigsten Vorfälle gab es im Bereich Heilbronn mit 76 registrierten Delikten.

112 Kampfhunde in Stuttgart gemeldet

Für die ersten Monate 2019 gibt es noch keine konkreten Zahlen. Das Innenministerium sagt jedoch einen neuen Anstieg der Fallzahlen von Hundeattacken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum voraus. Für die steigende Zahl der Fälle in den vergangenen fünf Jahren macht das Ministerium nicht die wachsende Aggressivität der Tiere verantwortlich. „Mehr Hunde bedeuten mehr Zwischenfälle“, erläuterte ein Sprecher.

In Stuttgart waren zum 1. Januar 112 Kampfhunde gemeldet. Fünf Jahre zuvor waren es noch 62. Insgesamt stieg die Anzahl der Hunde in dieser Zeit um 1085 auf 14 632.

Zuletzt hatte ein Fall in Leimen (Rhein-Neckar-Kreis) für Aufsehen gesorgt. Dort wurde am Montag ein 15-jähriger Radfahrer von zwei jungen Kampfhunden angegriffen. Er kam mit schweren Bissverletzungen im Gesicht und am Körper ins Krankenhaus. Die Tiere der Rasse American Stafford Mix wurden von einem 16-Jährigen ausgeführt und waren laut Polizei nicht angeleint. Die Polizei beschlagnahmte die Hunde, die eigentlich nur von Erwachsenen ausgeführt werden dürfen.