Die Preise für Wohnimmobilien sind im vergangenen Jahr erstmals seit mehr als zehn Jahren nicht gestiegen. Das geht aus dem neuen Immobilienmarktbericht hervor, den die Volksbank Mittlerer Neckar jetzt für die Region um Esslingen, Kirchheim und Nürtingen veröffentlicht hat. „Der Bericht zeigt schwarz auf weiß, dass wir es mit einer nachhaltigen Trendwende auf dem Immobilienmarkt zu tun haben“, sagt Matthias Stolz, Leiter des Bereichs „Rund um die Immobilie“ bei der Volksbank, „während wir 2022 in der Region deutliche Preissteigerungen verzeichneten, sehen wir 2023 vielerorts einen Preisrückgang bei Häusern und Eigentumswohnungen“.
So sanken dem Bericht zufolge die Preise für Wohnhäuser im Schnitt um minus 1,3 Prozent (2022 gab es noch ein Plus von vier Prozent) und für Eigentumswohnungen um minus 2,3 Prozent (2022: plus 6,4 Prozent). Der Immobilienbericht, der in digitaler Form vorliegt, gibt Nutzern eine nach Städten und Gemeinden gegliederte Übersicht der Preisentwicklung von Wohnimmobilien in den vergangenen zwölf Monaten.
Noch bis Mitte vergangenen Jahres waren Immobilien im Kreis Esslingen stark nachgefragt. Die niedrigen Zinsen ermöglichten es vielen Menschen, ein Haus oder eine Eigentumswohnung zu sehr guten Konditionen zu finanzieren. Die hohe Nachfrage und das knappe Angebot sorgten zugleich aber für sehr hohe Preise. „Die Kursänderung der Europäischen Zentralbank bei den Zinsen ließ die Bauzinsen rasant ansteigen. Immobilien waren plötzlich für viele Kaufinteressenten nicht mehr bezahlbar“, erläutert Stolz. Die Folge: Die Nachfrage nach Wohnimmobilien nahm ab.
Am stärksten sind die Preise in Kirchheim gesunken
Das wirkt sich auf das Angebot aus. So sanken dem Bericht zufolge im Esslinger Stadtgebiet zuletzt die Kaufpreise für Wohnhäuser und Eigentumswohnungen im Schnitt leicht, während 2022 noch ein Plus von fünf Prozent zu verzeichnen war. In Ostfildern lässt sich ein Minus von fast sechs Prozent bei den Wohnungspreisen feststellen. In Nürtingen und dem direkten Umland sanken die Hauspreise um mehr als drei Prozent, die Wohnungspreise um 2,8 Prozent (2022: plus sieben Prozent). Kirchheim wies den stärksten Rückgang bei Wohnhäusern auf: Mit einem Minus von sieben Prozent ist die Stadt unter der Teck Spitzenreiter (2022: plus vier Prozent) bei den gesunkenen Kaufpreisen.
Billig ist Wohnen in der Region aber nach wie vor nicht. „Die Immobilienpreise befinden sich in der Region noch immer auf einem sehr hohen, für den Großraum Stuttgart typischen Niveau“, betont Stolz. Auch die Mietpreise hielten sich stabil, es gebe kaum Veränderung.
Starke Nachlässe bei älteren Immobilien erwartet
Die Volksbank lotet in ihrem Bericht auch aus, wie sich die Trendwende in den kommenden Jahren auf die Immobilienpreise auswirken könnte. Für jede Gemeinde wird die Preisentwicklung prognostiziert, jeweils für stark und wenig nachgefragte Immobilien. Grundlage für die Bewertung sind unter anderem die Lage, der Zustand und der energetische Standard des Objekts. „Insbesondere bei älteren Immobilien erwarten wir starke Preisnachlässe in den kommenden Jahren“, sagt Stolz, „doch auch bei neuwertigen Objekten rechnen wir mit sinkenden Preisen, wenn auch in geringerem Umfang.
Den Immobilien-Bericht gibt es kostenfrei unter www.v-mn.de/immobericht