Immobilienpreisrutsch Für Mieter ist die Krise noch lange nicht vorbei
Für finanzstarke Investoren wird der Immobilienkauf wieder attraktiver. Am Mietmarkt dürfte die Leidenszeit jedoch andauern, schreibt Finanzreporter Hannes Breustedt.
Für finanzstarke Investoren wird der Immobilienkauf wieder attraktiver. Am Mietmarkt dürfte die Leidenszeit jedoch andauern, schreibt Finanzreporter Hannes Breustedt.
Die sinkenden Immobilienpreise ändern nichts an der Wohnraumkrise. Bislang kompensieren niedrigere Kaufpreise die durch gestiegene Zinsen erhöhten Kreditkosten nicht – Eigentum ist für Normalverdiener weiter schwer erschwinglich. Die Zeche für den drastischen Mangel an Wohnungen und die verfehlte Neubaupolitik in Deutschland zahlen indes vor allem die Mieterinnen und Mieter. Für sie ist bislang keinerlei Entlastung in Sicht – im Gegenteil.
Preiskorrektur hin oder her: Häuser und Wohnungen sind immer noch zu teuer, Baukosten zu hoch, Finanzierungsbedingungen zu schwierig. Klar – wer mehrere Hunderttausend Euro Eigenkapital oder mehr herumliegen hat, für den könnte die Gelegenheit zum Kauf günstig sein. Die Realität ist aber: Nur wenige Menschen in Deutschland können oder wollen zurzeit bei Zinsen zwischen drei und vier Prozent hohe Darlehen aufnehmen, um in Immobilien zu investieren.
Die Leitzinssenkungen, mit denen die Finanzmärkte ab Sommer rechnen, sind in aktuellen Finanzierungsangeboten längst berücksichtigt. Die Niedrigzinsära, als beim Baugeld Raten von unter einem Prozent möglich waren und Banken kaum Eigenkapital verlangten, wird auf absehbare Zeit nicht zurückkommen. Derweil überhitzt sich der ohnehin schon umkämpfte Mietmarkt weiter, weil Kaufanwärter die Finanzierung nicht mehr stemmen können und auf Mietwohnungen ausweichen müssen. Bezahlbarer Wohnraum wird dadurch noch knapper.
Laut Wirtschaftsforschern vom IW Köln haben die Neuvertragsmieten in Deutschland seit der Zinswende 2022 im Schnitt bereits um 8,7 Prozent zugelegt. Wegen des Mangels an Wohnungen erwarten Experten mittel- und langfristig weitere Anstiege.