In Ostfilderns Stadtteilen wird saniert Unliebsame Überraschungen bei Baustellen

In Kemnat wird die Ortsdurchfahrt Heumadener Straße umgestaltet. Foto: Ines Rudel

Die Nellinger Straßensanierung an der Stadtbahn wird teurer als geplant. Und in Kemnat belasten Umleitungen wegen der Sanierung der Ortsdurchfahrt die Anwohner.

Große Bauprojekte in Ostfildern sorgen zurzeit für Behinderungen. Die Sanierung der Otto-Schuster-Straße in Nellingen an der Stadtbahnhaltestelle ist zwar auf der Zielgeraden. Weil der Untergrund aber verbessert werden musste, kostet das Projekt 270 000 Euro mehr als geplant. Im Stadtteil Kemnat hat der Umbau der Heumadener Straße begonnen. Auf der Ortsdurchfahrt wird nun gearbeitet. Die Umleitungen ärgern die betroffenen Anwohner.

 

Lange hatten die Menschen in Kemnat darauf gewartet, dass der Umbau der Ortsdurchfahrt beginnt. Die Behinderungen sind für Stadtrat Werner Schmidt (SPD) „gravierend“. Vor allem litten die Menschen aber unter den Umleitungen durch Wohngebiete. In der Sitzung des Gemeinderats im Stadthaus im Scharnhauser Park bat Schmidt darum, die Baustelle so zu organisieren, dass Geschäftsleute, Verkehrsteilnehmer und Anwohner nicht zu stark behindert werden.

In einem Antrag fordern die Freien Wähler konkrete Schritte. „In der als Umleitungsstrecke befahrenen Panoramastraße sind zur Geschwindigkeitsreduzierung mindestens zusätzlich je eine Fahrbahneinengung, etwa durch Pflanzkübel, in der mittleren und unteren Panoramastraße notwendig.“ Auch zusätzliche Tempolimits sollten ausgeschildert werden. „Ein zusätzliches Geschwindigkeitsdisplay in der unteren Panoramastraße ist zu begrüßen, wird aber vermutlich ohne Fahrbahneinengung nicht genügen.“ Den mobilen Blitzer wollen die Kommunalpolitiker „im raschen Wechsel“ in der Panoramastraße aufstellen, damit keine Gewöhnung eintritt.

Bei den Umleitungen wird nachgesteuert

„Wir steuern nach, wo es geht“, sagt Christoph Ruth, Projektentwickler der Stadtentwicklungsgesellschaft Ostfildern (SEG). Jedoch lasse sich eine optimale Lösung nicht erreichen, weil der Verkehr von der Ortsdurchfahrt nun durch Wohngebiete laufe. „Mit Tempokontrollen und Blitzern entlasten wir die Anwohner in Kemnat. Nach Ruths Worten wählt weniger als die Hälfte durchfahrender Autos und Motorräder den Weg durch Kemnat: „Die Hinweistafeln an den Zufahrtsstraßen wirken.“

Gute Nachrichten gab es von der Baustelle in der Otto-Schuster-Straße. Die Umgestaltung in Nellingen geht deutlich schneller voran. Nach jetzigem Stand können die Arbeiten Ende Juni abgeschlossen werden. Ursprünglich war geplant, dass sie bis Ende August fertig werden. Weniger Positives hatte Reinhardt Kampmann, der Geschäftsführer der SEG, von der Finanzierung zu berichten. Trotz Probebohrungen waren die Planer von einer besseren Substanz ausgegangen: „Der Sollwert wurde nicht erreicht.“ Der Chef der SEG legte jedoch eine Strategie vor, wie das Defizit ausgeglichen werden kann. Die Schlussrechnung des Umbaus der Hindenburgstraße in Nellingen fiel positiver aus als zunächst erwartet. Außerdem seien aus dem Projekt Esslinger-/Schiller- und Kaiserstraße Mittel übrig.

„Unliebsame Überraschungen“

„Unliebsame Überraschungen sind keine Seltenheit“, sagte Steffen Kaiser (Freie Wähler). Dass das trotz der Probebohrung nicht gesehen wurde, findet der Stadtrat „komisch“. Er fragt sich, ob die Vorgaben da nicht übers Ziel hinausschießen? „Doch die Arbeiten müssen beendet werden.“ Daher stimmten die Freien Wähler zu. „In Nellingen scheint der Untergrund schwierig zu sein“, sagte Jürgen Kleih (Grüne) mit Blick auf frühere Baustellen. Das erwartet er auch in Kemnat. „Daher ist es wichtig, finanzielle Puffer einzuplanen.“

Laut Martina Sandhorst-Schäfer (SPD) komme es immer wieder vor, dass die Situation nicht so ist, wie erwartet. Es sei notwendig, normgerechte Straßen herzustellen.

Weitere Themen