Industrie 4.0 Bis 2016 soll ein Prototyp entstehen

Lokales: Inge Jacobs (ja)
WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Ob so ein Konzept tatsächlich funktioniert, wird sich in Kürze zeigen. Dass es theoretisch gehen könnte, hat Wehking mit seinem Forscherteam bereits herausgefunden, allerdings bisher nur in der Simulation. Zehn Konzepte hatten die Forscher dafür entwickelt – „drei davon würden diese neue Produktionslogistik erlauben“, sagt Wehking. Im kommenden Jahr soll dies in einer nagelneuen Forschungshalle auf dem Vaihinger Campus der Uni Stuttgart ganz praktisch ausprobiert werden. „Wir haben Zeit bis 2016, um die Prototypen zu erzeugen“, berichtet Wehking.

Sein Institut ist wie fünf weitere Institute der Uni Stuttgart, zwei Fraunhofer Institute, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie namhafte Unternehmen aus der Auto- und Zulieferbranche an dem Großprojekt Arena 2036 beteiligt. Es wird vom Bundesforschungsministerium mit bis zu 30 Millionen Euro gefördert. Ziel sind neue Wege der Serienfertigung von Leichtbau-Autos. Herzstück des Gemeinschaftsprojekts von Wissenschaft und Industrie wird der 8000 Quadratmeter große Forschungscampus mit der 7000 Quadratmeter großen Halle, der Anfang 2016 in Vaihingen bezogen werden soll.

Leitfaden für die Zulieferer der Autobranche

Die Erfolge bei der Simulation der neuartigen Logistik haben Wehking einen Folgeauftrag beschwert. Das baden-württembergische Finanz- und Wirtschaftsministerium fördert nun auch die Erprobung der neuartigen Fertigungsabläufe mit 160 000 Euro. Dazu gehört auch, dass die Ergebnisse in einem Leitfaden für die Zulieferindustrie zusammengefasst werden sollen.

Deren Aufgabe ist nicht zu unterschätzen, da sie mittlerweile im Durchschnitt 80 Prozent der beim Autobau benötigten Teile beisteuern. Und auch auf sie dürften große Veränderungen zukommen. Statt Lastwagen mit Paletten vollzupacken, könnten sie schon bald gefordert sein, die vom Automobilunternehmen zentral bestellten individuellen Einzelteile in neuartige, vernetzte Ladungsträger zu packen, deren Weg elektronisch nachverfolgt werden kann. „Für die Kontraktlogistiker und Spediteure ist das mehr als eine Herausforderung“, räumt Wehking ein.




Unsere Empfehlung für Sie