Industrie IG Metall: 20.000 Metaller bei Warnstreiks

Von dpa/lsw 

Produktionsausfälle - im größten Daimler-Werk liefen hunderte Autos nicht vom Band.

 Foto: dapd (Archivfoto)
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Stuttgart/Sindelfingen - Rund 20.000 Menschen haben kurz vor der vierten Verhandlungsrunde im Südwesten ihre Arbeit aus Protest gegen das bisherige Angebot der Metall-Arbeitgeber niedergelegt. Allein beim größten Daimler-Werk in Sindelfingen (Kreis Böblingen) gingen am Montag über 12.000 Beschäftigte der Früh- und Normalschicht nach einer Kundgebung in einen vorgezogenen Feierabend, teilte eine Sprecherin der Stuttgarter IG Metall mit. Nach Betriebsratsangaben wurden mehrere hundert Autos nicht produziert.

Der Vize-Betriebsratschef des Daimler-Werkes Ergun Lümali sagte: „Wir sind die taktischen Spiele der Arbeitgeber leid. Wer am Verhandlungstisch nicht konstruktiv auf unsere Forderungen reagiert, der bekommt die Antwort von den Beschäftigten im Betrieb.“ An diesem Dienstag setzen die Tarifvertragsparteien ihre Gespräche in Sindelfingen (Kreis Böblingen) fort. Baden-Württemberg ist der erste Bezirk, in dem die Verhandlungen in die vierte Runde gehen.

Die Gewerkschaft fordert 6,5 Prozent mehr Lohn

Die Gewerkschaft fordert für die 3,6 Millionen Beschäftigten der Branche 6,5 Prozent mehr Lohn, die unbefristete Übernahme der Ausgebildeten und mehr Mitbestimmung beim Einsatz von Leiharbeitern. Die Arbeitgeber haben bislang 3 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 14 Monaten angeboten.

Seit Ende der Friedenspflicht am vorvergangenen Samstag haben laut IG Metall rund 100.000 Menschen im Südwesten an Warnstreiks teilgenommen. Am Montag beteiligten sich auch 2000 Beschäftigte des Landmaschinenherstellers John Deere in Mannheim an einer Demonstration. Auch in Riedlingen (Kreis Biberach) und in Schelklingen (Alb-Donau-Kreis) gingen die Beschäftigten der Silit-Werke beziehungsweise des Unternehmens Cooper Standard Automotive in den Ausstand.

An diesem Dienstag rechnet die IG Metall mit tausenden Warnstreikenden bei einer Kundgebung mit IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann am Daimler-Werk in Stuttgart-Untertürkheim. Um ein Zeichen für die qualitativen Themen zu setzen, sind tausende junge Metaller vor dem Verhandlungslokal zu einer Demonstration für die unbefristete Übernahme aufgerufen.