Infos-Messe in Stuttgart-Vaihingen Studenten und Firmen beschnuppern sich

Auf der Messe können Studenten Unternehmen kennenlernen – und diese wiederum potenzielle neue Mitarbeiter. Foto: Christoph Kutzer
Auf der Messe können Studenten Unternehmen kennenlernen – und diese wiederum potenzielle neue Mitarbeiter. Foto: Christoph Kutzer

Seit zwanzig Jahren bringt die vom Informatik-Forum veranstaltete Kontaktmesse „Infos“ IT-Anbieter und Studenten zusammen. Die Veranstaltung funktioniert auch als Branchenbarometer. Wir haben uns umgeschaut.

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Vaihingen - Eine junge Dame mit Kampfstab, den ein stilisiertes Atom ziert, zwinkert dem Besucher am Stand von Exxeta an der Vaihinger Universität entgegen. Der Pappaufsteller der Wächterin des Front-ends zeigt einen der Superheldencharaktere, die das Unternehmen ersonnen hat, um Nachwuchskräfte anzuwerben. „Wir hatten schon vier oder fünf vielversprechende Gespräche“, zeigt sich Managing Consultant Bernhard Hirschmann am Mittwochmittag zufrieden. „Es ist nicht einfach, gute Leute zu finden.“

Die Kontaktmesse des Informatik-Forums Stuttgart (Infos) bietet die Chance zur Begegnung zwischen Arbeitgebern und potenziellen Mitarbeitern. Das Spektrum reicht vom kleinen Start-up bis zu Größen wie SAP oder Daimler. Rund 50 Firmen sind auf der 40. Auflage der Veranstaltung vertreten.

Junge Informatiker und Unternehmen finden zueinander

Michael streift ohne bestimmtes Ziel durch die Räume des Informatiktrakts. „Ich schaue mich einfach mal um“, sagt der Mittdreißiger, der im ersten Semester für den Studiengang „Digital Humanities“ eingeschrieben ist. „Wenn ich irgendwann einen Praktikumsplatz oder eine Stelle suche, ist es nicht verkehrt, schon eine Idee zu haben, an wen ich mich wenden könnte.“ Gerade hat er sich bei Kaufland informiert. Dass der Supermarkt im Informatik-Umfeld auftaucht, wundert ihn nicht: „Eigene Software zu schreiben ist für Kaufhäuser oder Lebensmittelketten oft günstiger, als ein fertiges Produkt einzukaufen, das dann mit viel Aufwand angepasst werden muss“, gibt er zu bedenken.

„Die Kontaktmesse ist nebenbei immer auch eine Art Branchenbarometer“, sagt sich Michael Matthiesen vom Informatik-Forum erfreut. Seit 17 Jahren kümmert er sich um die Organisation der Messe, seit zehn Jahren hauptverantwortlich. „Wir sind immer früh ausgebucht. Im vergangenen Jahr hat die Nachfrage aber noch einmal deutlich angezogen. Informatiker sind im Moment sehr gefragt.“

Die Stärken des zweimal im Jahr stattfindenden Events sieht er besonders in der Konzentration auf eine einzige Branche und in der Einbindung in den Universitätsbetrieb. Es ist Vorlesungszeit. Die Studierenden sind vor Ort. „Wir können gewährleisten, dass junge Informatiker und Unternehmen wirklich ins Gespräch kommen“, sagt Matthiesen. 1100 Firmen haben die Plattform in den vergangenen zwanzig Jahren genutzt.

Studenten loten berufliche Perspektiven aus

Die Flexis AG zählt zu den Ausstellern der ersten Stunde. „Es lohnt sich immer, herzukommen“, sagt Hansjörg Tutsch, Vice President Research des Stuttgarter Softwareanbieters, der besonders im Automotive-Bereich aktiv ist. „Wir haben auf der Messe schon mehrere unserer heutigen Mitarbeiter kennengelernt.“ Auch diesmal ist am Stand ordentlich etwas los. Das mitgebrachte Glücksrad und die Quietscheentchen finden großen Anklang.

„Ich habe auf den letzten beiden Messen vor allem Giveaways gesammelt“ gesteht Jan. Diesmal ist er gekommen, um berufliche Perspektiven auszuloten. „Wenn alles nach Plan läuft, werde ich im nächsten Semester fertig“, gibt der 31-Jährige zu verstehen. „Da möchte ich sehen, wo ich als Werkstudent einsteigen oder meine Bachelorarbeit mit Praxis verbinden kann.“

Sein Kommilitone Julian (19) ist zwar erst im dritten Semester, aber bereits bei der K15t Software GmbH untergekommen. Er ist nicht als Besucher auf die Infos-Messe nach Vaihingen gekommen, sondern als Teil des Teams. „Ich kann Interessierten aus erster Hand erzählen, wie es ist, dort zu arbeiten“, erklärt der junge Mann, der als Achtklässler beschloss, Informatiker zu werden. Auf eine Jobmesse war er nicht angewiesen: Der Kontakt zu K15t kam auf ganz klassischem Wege zustande: über die Frau seines Onkels, die im Unternehmen tätig ist.




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