Ingenieurbau-Preis 2013 Stuttgarter Bauingenieure für Nationalstadion in Warschau ausgezeichnet

Von hele 

Die Stuttgarter Bauingenieure von "schlaich bergermann und partner" haben mit dem Nationalstadion in Warschau den Ingenieurbau-Preis gewonnen.

Stuttgart - Große Ehre für ein Stuttgarter Team von Bauingenieuren: Das Büro "schlaich bergermann und partner" (sbp) hat mit dem Nationalstadion in Warschau den Ingenieurbau-Preis 2013 gewonnen.

In diesem Stadion wurde die Fußball-Europameisterschaft am 8. Juni mit einer feierlichen Zeremonie eröffnet, die deutsche Nationalmannschaft hatte dort drei Wochen später dann das Halbfinale gegen Italien mit 1:2 verloren. Insgesamt war die Stimmung in der polnischen Hauptstadt und rund um die 55.000 Zuschauer fassende Arena trotz anfänglicher Probleme hervorragend.

"Eine bis ins Detail gestalterisch durchdachte strukturale Komposition"

Der Ingenieurbau-Preis von Ernst & John wird seit 1988 alle zwei Jahre für herausragende Leistungen im konstruktiven Ingenieurbau vergeben - und die sbp GmbH, die neben dem Sitz an der Schwabstraße im Stuttgarter Westen auch Büros in Berlin, New York, Sao Paulo und Shanghai betreibt, bekommt ihn bereits zum achten Mal verliehen. Darüber hinaus sind auch zwei Bauprojekte in Hamburg (Stahlviadukt Binnenhafenbrücke und Sanierung Hauptbahnhof) ausgezeichnet worden.

"Mit dem polnischen Nationalstadion in Warschau wurde ingenieurtechnisches Neuland betreten", heißt es in der Mitteilung der Jury, die insgesamt 37 Einsendungen begutachtete: beispielsweise auch eine Forschungsstation in der Antarktis, eine Riesentropenhalle in Leipzig, den Zentralen Omnibusbahnhof in Schwäbsich Hall oder das Murrtalviadukt bei Backnang

"Herausragend ist der Entwurf einer Multifunktionsarena mit wintertauglichem wandelbarem Innendach und die Umsetzung in ein komplexes Gesamttragwerk, dessen statisches System verschiedene Prinzipien des Speichenrades synthetisiert", so die Jury weiter.

Kurz gesagt: Das Nationalstadion in der polnischen Hauptstadt, dessen vierjähriger Bau (2008 - 2012) insgesamt rund 470 Millionen Euro kostete, "ist eine bis ins Detail gestalterisch durchdachte strukturale Komposition, die ästhetisch und konstruktiv überzeugt".

Der Ingenieurbaupreis wird am 25. Januar in Berlin vergeben.

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