Innenstadtentwicklung In der Böblinger Bahnhofstraße wird’s demnächst eng

Die Bahnhofstraße 20 wird demnächst abgerissen. Foto: Eibner/Roger Bürke

Drei Neubauvorhaben an der Ecke zur Wilhelmstraße verändern das Gesicht der Bahnhofzone in Böblingen im mittleren Bereich. Da alle in diesem Jahr realisiert werden sollen, werden Behinderungen nicht ausbleiben.

Böblingen - Absperrungen, verlassene Ladengeschäfte und leer geräumte Wohnungen kündigen es schon eine Weile an: In der Bahnhofstraße tut sich erneut was. Das Wohngebäude neben dem Commerzbankbau geht seinen letzten Tagen entgegen. Die Bauarbeiter haben die Versorgungsleitungen in der Bahnhofstraße 20 bereits vom Netz getrennt, um die Bahn frei für das Abbruchunternehmen zu machen.

 

Ein Blick in die Höhe macht deutlich, dass an dieser Stelle noch viel Luft nach oben ist. Das Wohn- und Geschäftshaus ist mehrere Geschosse niedriger als die Nachbargebäude, zwischen denen es eingezwängt steht.

Dieser Zustand soll nun beendet werden. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, hat sie bereits im Sommer des vergangenen Jahres die Baugenehmigung für ein Mehrfamilienhaus mit einer Ladeneinheit im Erdgeschoss und Wohnungen in den darüber liegenden Etagen erteilt.

Sechs Wohnungen und eine Ladenfläche

Der Böblinger Architekt Michael Hanka hat in die entstehende Lücke ein sechsgeschossiges Gebäude geplant. Im Erdgeschoss gibt es Platz für 188 Quadratmeter Ladenfläche, darüber Raum für sechs Wohnungen mit insgesamt 715 Quadratmetern. Hanka rechnet damit, dass das Haus in etwa 14 Monaten stehen wird.

Zwei Häuser weiter entstehen Mikro-Apartments

Das Neubauprojekt ist damit ein weiterer Beitrag, der das Gesicht der mittleren Bahnhofstraße rund um die Kreuzung mit der Wilhelmstraße verändert. Wie bereits berichtet, soll demnächst zwei Häuser weiter das Grundstück an der Ecke zur Wilhelmstraße neu bebaut werden. Das Areal, auf dem viele Jahre ein Optiker, ein Reisebüro und ein Sex-Shop ihren Geschäften nachgingen, wurde Ende vergangenen Jahres abgeräumt und soll Platz machen für ein Gebäude, in dem so genannte Mikro-Apartments entstehen, die vor allem für Menschen als Bleibe gedacht sind, die in der Stadt länger beruflich zu tun haben.

Herausforderungen für die Bautrupps, die Stadt und die Fußgänger

Auch auf dem gegenüber liegenden Gelände, dem Krauß-Areal, stehen die Zeichen auf Neubau. Dort soll das schon lange geplante Wohn- und Geschäftshaus nun realisiert werden. Damit wäre dann auch die letzte Baulücke in der Böblinger Fußgängerzone geschlossen.

Drei Baustellen zu gleicher Zeit. Dies wird nicht ohne Behinderungen in diesem engen und stark frequentierten Quartier in unmittelbarer Nachbarschaft des Shopping-Centers Mercaden über die Bühne gehen, zumal eine der Baustellen nur über die Bahnhofstraße erreicht und versorgt werden kann. Sowohl die Bautrupps wie auch die Stadtverwaltung und die Fußgänger dürfte dies vor größere Herausforderungen stellen.

Die Böblinger Ordnungsamtsleiterin Gisa Gaietto bestätigte dies am Donnerstag, verwies aber darauf, dass der Stadt hier die Hände gebunden seien. „Wenn wir eine Baugenehmigung erteilen, dann gilt die drei Jahre lang“, erläuterte sie. Wann in diesem Zeitraum gebaut werde, könne die Stadt nicht beeinflussen. Eine Ballung auf engem Raum sei dann wie nun im Fall der Bahnhofstraße bisweilen nicht vermeidbar.

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