Insolventer Anlagenbauer Investor kauft Holzgerlinger Eisenmann-Areal

An einem Stück veräußert: das Eisenmann-Areal im Holzgerlinger Industriegebiet Foto: Archiv/Stefanie Schlecht
An einem Stück veräußert: das Eisenmann-Areal im Holzgerlinger Industriegebiet Foto: Archiv/Stefanie Schlecht

Das Eisenmann-Grundstück im Holzgerlinger Gewerbegebiet Buch hat einen neuen Eigentümer: Bürogebäude und Montagehallen gehen an einen Investor.

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Holzgerlingen - Eine Brachfläche in Holzgerlingen hat einen neuen Besitzer: Das Eisenmann-Areal im Gewerbegebiet Buch wurde vor wenigen Tagen verkauft. Das teilt der Pressesprecher des Insolvenzverwalters Joachim Exner mit: „Noch zum Verkauf standen das Verwaltungsgebäude inklusive Vormontagehallen plus ein Erweiterungsgrundstück. Der Verkauf ist vor wenigen Tagen erfolgt. Erwerber ist ein deutsches Immobilienunternehmen.“ Wer genau der Käufer ist, darüber bewahrt der Sprecher allerdings Stillschweigen. Ende des vergangenen Jahres hatte Insolvenzverwalter Joachim Exner bekannt gegeben, mit acht Bietern im Gespräch zu sein. Nun hat einer das Rennen gemacht.

Das Grundstück liegt gleich an der Einfahrt zum Gewerbegebiet, zwischen Daimlerstraße und Eschelbach und hat eine Größe von rund 14 Fußballfeldern. Den Kauf bestätigt auch der Holzgerlinger Bürgermeister Ioannis Delakos: „Der neue Eigentümer hat sich im Rathaus vorgestellt und sogleich das Gespräch gesucht“, sagt er. Dabei habe dieser einen sehr professionellen Eindruck hinterlassen. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass auf dem Areal etwas qualitativ Hochwertiges entstehen wird und neues Leben einkehrt“, sagt Delakos.

Verkauf ging schnell

Positiv überrascht zeigte sich der Bürgermeister auch, wie zügig sich ein neuer Käufer gefunden habe: „Das ging erstaunlich schnell.“ Was genau auf der Fläche entstehen wird, steht zur Stunde offenbar aber noch nicht fest. Vor Ort befindet sich ein ehemaliges Verwaltungsgebäude von Eisenmann, das einst zwischen 850 und 1000 Mitarbeitern beherbergte. Delakos: „Die Büros sind zwar noch in Schuss, entsprechen aber vermutlich nicht mehr den modernsten Ansprüchen.“ Direkt angegliedert sind zwei Montagehallen, von denen eine erst 15 Jahre alt ist und damals nach modernster Technik gebaut wurde.

Eine der Hallen verfüge über eine frei tragende Dachkonstruktion und sei aufwendig gebaut, sagt der Bürgermeister. Was mit ihr passiert, ist allerdings unklar. Der Investor plane unter Umständen einen Weiterverkauf oder die Aufteilung der Gebäude in mehrere Trakte. In Holzgerlingen war zuletzt ein Teil der Lackieranlagen-Sparte ansässig, intern „Paint and Assembly“ genannt. Ein Teil der Mitarbeiter zog im Dezember 2020 an den Eisenmann-Hauptsitz an der Tübinger Straße in Böblingen um. Der Unternehmenspart war an den Investor Nimbus gegangen, der auch an der Sturm-Gruppe beteiligt ist. Dem vorangegangen war die Insolvenz der Eisenmann SE und die komplette Zerschlagung des Konzerns (siehe Hintergrund). Sowohl die Hallen als auch die Bürogebäude in Holzgerlingen waren seit Ende des vergangenen Jahres verlassen. Wie lang sie noch stehen und wann wieder Leben einkehrt, ist bis dato offen.

Grundstücke auf Vorrat gekauft

Rund 150 Meter davon entfernt hatte Eisenmann in besseren Jahren schon Grundstücke auf Vorrat gekauft. Doch bis zur Insolvenz benötigte der Anlagenbauer diese nicht, also lagen die Flurstücke in der Größe von sechs Fußballfeldern (4,2 Hektar) lange brach. Doch die Gemeinden Holzgerlingen und Weil im Schönbuch, die zusammen den Gewerbepark Sol betreiben, griffen im vergangenen November zu.

Sie erwarben die Grundstücke, damit sich dort Firmen ansiedeln können. Lokale Unternehmen signalisierten sofort Interesse. Die Gemeinden hatten den Plan, die Fläche in kleine Parzellen aufzuteilen und weiterzuverkaufen. Der Prozess sei in vollem Gange, sagt Ioannis Delakos. Die Erlöse dienen der Refinanzierung. Insgesamt 6,7 Millionen Euro flossen damals vom Gewerbepark an Eisenmann im Zuge des Rückkaufs. Im Herbst dieses Jahres will Delakos die ersten Firmenansiedlungen verkünden.




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