InterviewInterview „Alle haben krass durchgezogen“

Von Jochen Klingovsky 

Die Volleyballerin Karla Borger freut sich über ihren Sieg bei der Beach-Liga – und schaut skeptisch auf die Europameisterschaft im September.

Ein starkes Duo: Karla Borger (links) und Svenja Müller. Foto: dpa
Ein starkes Duo: Karla Borger (links) und Svenja Müller. Foto: dpa

Stuttgart - Karla Borger und Svenja Müller haben die Beach-Liga gewonnen. Aber zur großen Party kam es nach dem Erfolg nicht, wie Borger erzählt.

Frau Borger, Sie haben mit ihrer Interimspartnerin Svenja Müller die erstmals ausgetragene Beach-Liga gewonnen. Gab’s danach eine große Feier?

Nein, dazu waren wir nach vier harten Wochen zu erschöpft. Wir saßen lediglich in gemütlicher Runde zusammen, das hat sich angefühlt wie in einer großen Familie.

Was bedeutet Ihnen dieser Sieg?

Sehr viel. Erstens, weil sich ausgezahlt hat, was wir im letzten Monat sportlich investiert haben – und das war eine Menge. Und zweitens, weil es ein richtig cooles Turnier war, bei dem man immer gemerkt hat, dass hier Leute mit ganz viel Herzblut etwas für ihren Sport tun wollen.

Nach Fußball und Basketball war Beachvolleyball erst die dritte Sportart, die in der Corona-Krise eine Wettkampfserie ausgetragen hat, allerdings organisiert von Spielern für Spielern. Wie hat es geklappt?

Sehr gut. Wir wurden regelmäßig getestet, wussten also, dass wir uns in unserer Spielerinnen-Gruppe nicht anstecken können. Anschließend haben wir uns in unserer Blase aufgehalten, das lief perfekt. Und am Ende waren sogar wieder 32 Zuschauer zugelassen. Das ist eben die neue Normalität, in der wir uns derzeit bewegen.

Wie war das sportliche Niveau?

Hoch. Natürlich gab es keinen großen Druck. Aber jeder hat Ehrgeiz entwickelt, Vollgas gegeben, wollte unbedingt gewinnen. Alle haben krass durchgezogen.

Und Sie wurden als beste Spielerin des Turniers ausgezeichnet.

Das war ein schönes Extra, mehr nicht.

Wie geht es bei Ihnen weiter?

Ab Dienstag trainiere ich in Stuttgart wieder mit meiner Stammpartnerin Julia Sude. Nächstes Wochenende beginnt die nationale Serie, im September steht dann die DM in Timmendorfer Strand an.

Und anschließend die EM in Lettland.

Richtig. Allerdings bin ich mir nicht sicher, was ich davon halten soll.

Warum?

Ich habe keine Ahnung, ob schon überall in Europa wieder normales Training möglich ist. Und ich weiß auch nicht, ob es in Europa schon wieder ein vergleichbares Doping-Kontrollsystem gibt und wie die Tests aussehen. Deshalb bin ich skeptisch.

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