InterviewInterview mit Box-Ikone Henry Maske Der Trainerberuf ist keine Option

Sport: Heiko Hinrichsen (hh)
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Sie wohnen heute nicht mehr im Osten, sondern mit der Familie in der Nähe von Köln. Wieso hat es Sie privat westwärts gezogen?
Wenn man mehr als 20 Jahre mit einem Trainer zusammenarbeitet, der wie Manfred Wolke sehr einnehmend ist, dann hat man bei ihm schwerlich eine Chance, erwachsen zu werden. Da muss man sich also freischaufeln. Das war aber nicht die einzige Motivation für meinen Weggang aus Frankfurt. Ich hatte auch über RTL neue Leute im Kölner Raum kennengelernt, besaß neue berufliche Optionen. Zu DDR-Zeiten wollte ich ja noch Trainer werden. Aber das kam für mich später nicht mehr in Frage. Ich wollte nicht vielleicht acht bis zehn Jahre mit einem jungen Boxer arbeiten, ihn in den Spitzenbereich bringen und dann kommt ein anderer, wedelt mit einem 100-Euro-Schein – und weg ist er. Das hätte mich zu sehr geschmerzt.
Stattdessen haben Sie Ihr Glück bei McDonald’s gefunden, sind seit dem Jahr 2000 Franchisenehmer von inzwischen zehn Filialen. Man kann also sagen, Sie sind erfolgreich im Kapitalismus angekommen.
Mit meinem Willen, dem nötigen Startkapital und meiner Offenheit, neue Dinge zu erlernen, habe ich die Chance genutzt, mich selbstständig zu machen. Der neue Job erfordert wie im Boxen viel Vertrauen in meine eigenen Fähigkeiten. Aber mit einem Unterschied zu früher: wenn ich jetzt losrenne, und meine Mitarbeiter kommen nicht alle mit, dann wird es nichts.

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