Interview mit Carsten Arriens Carsten Arriens: „Alle wissen, wo meine Grenze ist“

Der Daviscup-Kapitän Carsten Arriens erwartet gegen Brasilien einen Sieg. Foto: dpa
Der Daviscup-Kapitän Carsten Arriens erwartet gegen Brasilien einen Sieg. Foto: dpa

Der Daviscupkapitän Carsten Arriens spricht vor dem am Freitag in Neu-Ulm beginnenden Duell mit Brasilien um den Verbleib in der Tennis-Weltgruppe I über alte Streitigkeiten und einen neuen Teamgeist.

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Neu-Ulm - - Das deutsche Daviscupteam spielt von Freitag an in Neu-Ulm gegen Brasilien um den Verbleib in der Tennis-Weltgruppe I. Für den Kapitän Carsten Arriens (44) ist es das erste Heimspiel.
Herr Arriens, geht es in der Partie gegen Brasilien nur darum, den Abstieg in die Weltgruppe II zu vermeiden – oder können die deutschen Spieler den Fans auch zeigen, dass die Querelen des Vorjahres vorbei sind?
Beides ist wichtig. So einen Aufbruch dokumentiert man schließlich am besten mit einem Sieg. Deutschland muss einfach den Anspruch haben, in der Weltgruppe I zu bleiben. Außerdem wissen wir: das vergangene Jahr hat keinem Freude bereitet. Aber diese Problematik gibt es nicht mehr.
Sie haben es also geschafft, das verloren gegangene Vertrauensverhältnis innerhalb der Mannschaft wieder zu kitten?
Ja. Aber das fiel mir auch nicht so schwer, weil es so ein schlimmes Jahr war – das wollte keiner wieder haben. Deswegen musste ich auch nicht allzu viel darauf einwirken. Es war ein klarer Neuanfang. Auch die Spieler wussten: wir müssen unseren Teil dazu beitragen. Wenn die Spieler jetzt schnell auch mit mir Ärger bekommen hätten, wäre das eher auf sie zurückgefallen.
Dann konnten Sie trotz der Erstrundenniederlage im Februar in Argentinien eine neue Stimmung im Team erzeugen?
Die Daviscupwoche war intern richtig gut, aber ich sehe auch: ein Sieg schweißt mehr zusammen. Wenn man fünfmal verliert, kann man zwar noch einen guten Teamgeist haben, aber wenn man fünfmal gewinnt, ist das ein anderer. Das habe ich auch als Bundesligatrainer von Aachen gemerkt. Wir sind zum dritten Mal nacheinander Deutscher Meister geworden. So kann das im Daviscup auch laufen. Wenn wir gegen Brasilien gewinnen und im nächsten Jahr auch in der ersten Runde, dann werden die Spieler mehr zusammenwachsen und sich bei einem Wiedersehen auf einem Turnier über die schönen Erinnerungen an den Daviscup austauschen. Es erzählt sich bei einem Sieg eben besser.
Ein Erfolg gegen Brasilien ist also Pflicht.
Wir haben die Qualität, Brasilien zu bezwingen, und das wollen wir auch schaffen.
Allerdings müssen Sie dabei auf den besten Deutschen Thomas Haas verzichten. Wieso?
Tommy Haas wollte dieses Jahr nicht Daviscup spielen, 2014 wird er dann vollen Einsatz zeigen.
Dafür haben Sie neben Philipp Kohlschreiber, Florian Mayer und Daniel Brands zum ersten Mal den relativ unbekannten Doppelspezialisten Martin Emmrich nominiert.
Es ist vor allem ein Zeichen des Respekts gegenüber dem besten deutschen Doppelspieler – und das ist Martin zurzeit. Zusammen mit seinem Partner Andre Begemann hat er zuletzt die Turniere in Düsseldorf und Wien gewonnen. Beide zu berufen war mir etwas zu riskant, weil ich drei Einzelspieler haben wollte. Dafür ist Andre aber als Ersatzmann in Ulm dabei.

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