Interview mit Motivationstrainer "Gott hat für jeden von uns einen Plan"

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Nick Vujicic hat weder Arme noch Beine. Er ist weltweit gefragter Motivationstrainer und predigt den Menschen, ihr Schicksal anzunehmen.    

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Stuttgart - Eine Behinderung oder andere Belastungen bergen eine Chance für die Betroffenen, betont der Motivationstrainer Nick Vujicic. Am Samstag ist er unter großem Beifall bei Jesus House in der Porsche Arena aufgetreten.

Herr Vujicic, was wollen Sie den jungen Zuschauern mit auf den Weg geben?

Ich möchte ihnen sagen, vor allem jenen, die wegen etwas gemobbt werden, dass es nicht wichtig ist, was andere über sie sagen. Wie du aussiehst, was andere über dich denken oder wie viele Freunde du hast, sagt letztlich nichts über deinen Wert aus. Es geht vielmehr darum, sich selbst anzunehmen und zu wissen, dass Gott einen Plan für jeden von uns hat.

Welche Bedeutung hat Gott für Sie?

Er ist das Wichtigste in meinem Leben. Ich vertraue ihm voll und ganz. Eine Beziehung zu Gott aufzubauen, ist wichtig für jedermann. Er hilft Dir in schwierigen Situationen, wenn du selbst nicht mehr weiterweißt. Natürlich ändern sich Dinge nicht. Du kannst Dir zum Beispiel keine Arme und Beine von ihm wünschen, aber sein Frieden und seine Liebe helfen mir, damit zurecht zu kommen.

Sie stehen als Motivationstrainer auch vor Managern und Gefängnisinsassen. Wie sagen Sie denen?

Jeder von ihnen hat andere Sorgen, die ihn umtreiben. Bei manchen sind sie sichtbar. Aber du kannst auch Arme und Beine haben und trotzdem innerlich kaputt sein. Ich habe schon vor vielen Gefangenen gesprochen, um ihnen zu sagen, dass auch draußen viele herumlaufen, die gefangen sind. Ich kann auch sagen: Ich habe keine Arme und Beine, mein Körper ist mein Gefängnis. Aber ich bin frei. In mir. Wenn Du um Vergebung bittest, wird Gott dich hören. Er liebt Dich. Das sage ich auch Managern. Ich versuche ihnen bewusst zu machen, dass es nicht reicht, viel Geld zu haben. Sie müssen sich auch bemühen, gute Ehemänner und Väter zu sein. Liebe, Freude und Frieden kann man sich mit Geld nicht kaufen.

Welche Sorgen haben die Menschen?

Jeder hat andere. Viele leiden unter Depressionen. Dieses Gefühl kann ich gut nachvollziehen. Aber ich habe einen Wandel vollzogen. Und das ist es, was ich den Menschen mitgeben will: Seid nicht wütend auf das, was ihr nicht habt, seid dankbar dafür, was ihr habt. Es ist für mich nicht wichtig, Arme und Beine zu haben. Ich brauche sie nicht, um glücklich zu werden. Aber es ist wichtig für mich zu wissen, dass es einen Grund hat, warum ich auf der Welt bin, dass ich kein Fehler bin. Das hilft mir auch durch schlechte Tage. Und es ist wichtig zu wissen, dass ich nicht allein bin, dass ich Freunde habe, die mir helfen.

Wann haben Sie begriffen, dass Ihr Handicap auch eine Chance sein kann?

Mit 15 habe ich Gott gefunden und Jesus meine Liebe geschenkt. Plötzlich fand ich Antworten auf all meine Fragen, vor allem auf die Frage: Warum bin ich so auf die Welt gekommen? Ich habe verstanden, dass Gott einen Plan hat für mich. Mit 19 Jahren habe ich dann erstmals vor Publikum auf einer Bühne gesprochen. In der Mitte des Raumes war ein junges Mädchen, das immerzu weinen musste. Sie fragte, ob sie auf die Bühne kommen und mich umarmen dürfe. Also kam sie auf die Bühne, umarmte mich und bedankte sich überschwänglich: Endlich habe sie kapiert, dass Gott sie so liebe, wie sie ist. Da habe ich verstanden, dass mein Handicap ein Geschenk ist.




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