Interview zu Olympia 2016 Moustafa und sein Brief an Angela Merkel

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken
2015 fand die WM in Katar statt. ARD und ZDF konnten nicht übertragen, weil die Verhandlungen mit dem Rechteanwärter gescheitert sind. Gibt es in Deutschland frei zugängliche TV-Bilder von der WM 2017?
Ich hoffe es.
Sie hoffen es? Kann der IHF-Präsident nicht ein Machtwort sprechen?
Nein. Wir haben die weltweiten TV-Rechte für 91 Millionen Euro verkauft und unser Geld erhalten. Jetzt können wir nicht mehr bestimmen, sondern nur noch vermitteln.
Wie ist der aktuelle Stand?
Es geht bei den Verhandlungen darum, dass der Rechteinhaber beIN Sports . . .
. . .eine Tochtergesellschaft von Al Jazeera. . .
. . . von ARD und ZDF fordert, ihre Satelliten so zu verschlüsseln, dass die Bilder nur in Deutschland zu sehen sind, nicht im Ausland. Die beiden Sender haben angeboten, dies bei einem Satelliten, der hauptsächlich Richtung Nordafrika sendet, zu tun. Das ist dem Rechteinhaber noch zu wenig. Die Verhandlungen laufen weiter.
Was ist das Ziel?
Dass alle Spiele mit deutscher Beteiligung in Deutschland frei empfangbar sind. Bei der Männer-WM 2017 in Frankreich und der Frauen-WM 2017 in Deutschland. Das wird im Paket verhandelt.
Stimmt es, dass Sie einen Brief an Angela Merkel geschrieben haben?
Ja, ich habe Sie um Unterstützung in den TV-Verhandlungen gebeten.
Und?
Sie hat geantwortet, dass sie sich nicht einmischen wird.
Was passiert eigentlich mit dem Geld, das die IHF durch die Fernsehrechte erhalten hat?
Als ich vor 16 Jahren Präsident wurde, hatte die IHF Einnahmen aus Marketing und TV-Rechten von 7,5 Millionen Euro. Jetzt bringen allein die Fernsehrechte 910 Millionen Euro. Das ist zwar wenig im Vergleich zur Fifa, aber im Vergleich mit anderen Verbänden stehen wir gut da. Das Geld garantiert zum Beispiel, dass ein olympisches Turnier auf hohem Niveau stattfinden kann. Denn ohne dieses Geld könnten wir keine Entwicklungshilfe leisten.

Unsere Empfehlung für Sie