IS und soziale Medien Dschihad 3.0

Von Franziska Meißner 

Der Islamische Staat hat den Dschihad ans digitale Zeitalter angepasst. Besonders wichtig für die Terror-PR sind soziale Medien. Derzeit kommen die Gegner dagegen nicht an – eine Analyse.

Der Islamische Staat überlässt nichts dem Zufall. Im Fokus der PR-Strategie des IS stehen vor allem Social Media-Kanäle. Foto: AFP
Der Islamische Staat überlässt nichts dem Zufall. Im Fokus der PR-Strategie des IS stehen vor allem Social Media-Kanäle. Foto: AFP

Stuttgart - Erstaunlich gefasst kniet er da im Wüstensand und starrt mit glasigem Blick in die Ferne, hinter ihm steht ein Mann, ganz in Schwarz gekleidet, nur die Augenpartie sticht zwischen einem schwarzen Tuch hervor. Der Mann ist ein Kämpfer der radikal-islamischen Gruppierung Islamischer Staat (IS), und er hält schon das Messer in der Hand, um den US-amerikanischen Journalisten James Foley hinzurichten.

Im August 2014 ging das perfekt inszenierte Video der Enthauptung Foleys, der 2012 in Syrien entführt wurde, via YouTube um die Welt – und viele weitere sollten seither folgen. Ob die IS-Milizen Foley tatsächlich vor laufender Kamera hinrichteten, wurde nachträglich in Frage gestellt. Fest steht aber, dass diese Kämpfer, die archaischen religiösen Vorstellungen anhängen, in der Realität einer digital bestimmten Welt angekommen sind.

Klicken Sie auf das Bild, um zu einer interaktiven Zeitleiste zu gelangen, die den Aufstieg des Islamischen Staats dokumentiert.

Der IS - in einer interaktiven Zeitleiste

Die Kriegsführung 2.0 findet über die Medien und das Internet statt, und der IS hat spätestens mit dem Video von Foleys Ermordung klar gemacht, dass ihm bewusst ist, was es bedeutet, einen Dschihad in der modernen Welt zu führen. Erstens: Mach alles selbst. Zweitens: Nutze soziale Medien.