Ernährung Ist Döner (un)gesund? - Das Wichtigste im Überblick

Der Döner gehört zum beliebtesten Fast Food der Deutschen. Aber ist er auch gesund? Alles Wichtige im Überblick. Foto: Dar1930 / Shutterstock.com
Der Döner gehört zum beliebtesten Fast Food der Deutschen. Aber ist er auch gesund? Alles Wichtige im Überblick. Foto: Dar1930 / Shutterstock.com

Der Döner gehört zum beliebtesten Fast Food der Deutschen. Kein Wunder, denn ein Döner ist lecker und schnell mitgenommen. Aber ist er auch gesund?

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Intuitiv weiß man, dass ein Döner sicherlich nicht die gesündeste Wahl bei der Mahlzeit ist. Aber wie schneidet er mit seinen Nährwerten im Vergleich zu anderem Fast Food ab? Kann der Döner vielleicht sogar als gesund bezeichnet werden?

Der klassische Döner ist eine Kalorienbombe

Ob Lebensmittel als gesund gelten, hängt zum einen vom Energie- und Nährwertgehalt ab und zum anderen von der gesamten Ernährung. Betrachtet man den Energiewert eines Döners, stellt man fest, dass dieser schon mal sehr hoch ist und je nach Hersteller und Rezept mit 600 bis 1000 Kalorien stark schwankt. Je nach individuellem Kalorienverbrauch deckt ein Döner damit bereits einen Großteil des täglichen Energiebedarfes. Prinzipiell bedeutet ein hoher Kalorienbedarf alleine aber nicht, dass ein Nahrungsmittel ungesund ist. Wer allerdings abnehmen möchte, nimmt sich selbst viel Flexibilität im Diätalltag durch den Verzehr eines klassischen Döners.

Kalorienreduzierte Döner-Varianten

Wer auf sein Gewicht achtet, der sollte die klassische Variante meiden und sich für eine Döner-Variation entscheiden. Die meisten Kalorien stecken im Teig, Fleisch und der Soße(1). Beim Teig hat das klassische Fladenbrot mit etwa 240 Kalorien die höchste Energiedichte. Das Yufka-Fladenbrot (Dürüm) hat schon 70 Kalorien weniger. Bei der Döner-Box oder dem Döner-Teller kann das Brot sogar ganz weggelassen werden.

Beim Fleisch können theoretisch ebenfalls Kalorien gespart werden. "Theoretisch" deshalb, weil sich die Qualität des Fleisches schlicht zu stark unterscheidet. Hähnchenfleisch gilt zwar allgemein als mager, allerdings darf im Hähnchen-Kebab auch Fleisch mit Hautanteil verarbeitet werden, wodurch sich dieser nicht mehr pauschal als mager oder fettarm einstufen lässt. Neben dem klassischen Dönerspieß(2) aus Rind- und Kalbsfleisch oder Schaf- und Lammfleisch und den Hackfleischspießen ist das Hähnchenfleisch oft aber die kalorienärmste Fleischsorte. Bei den Soßen ist die Joghurt-Soße meist die beste Wahl. Diese hat etwa 50 Kalorien weniger als zum Beispiel eine Knoblauch- oder Kräuter-Soße.

Merke: Kalorienarme Döner-Varianten sind vor allem Kombinationen mit Dürüm-Fladenbrot oder die Dönerbox (ohne Pommes). Bei der Fleischwahl können mit Hühnchenfleisch in der Regel ebenfalls Kalorien gespart werden. Joghurt-Soße ist meist die beste Wahl.

Welche Nährwerte hat ein Döner?

Die Nährwerte schwanken beim Döner stark. Das liegt vor allem an den Zusatzstoffen und Geschmacksverstärkern in den kostengünstigen Fertigprodukten, welche in vielen Läden verwendet werden. Vergleicht man die Nährwerte des Döners mit den anderem Lieblings-Fast-Food der Deutschen wie Pizza, Burger oder Currywurst, kommt sogar ein Döner von mittlerer Qualität ziemlich gut weg. Das liegt vor allem am großen Gemüseanteil.

Das Gemüse - Breite Nährstoffvielfalt

Sicherlich ist das Gemüse im Döner keine Öko-Ware und kommt oft sogar aus der Dose, dennoch lassen sich Zutaten wie Salat, Tomaten, Gurken etc. nur frisch zubereitet verwenden und peppen die Nährwerte des Fast-Food-Gerichts ordentlich auf. Insgesamt kommt der Döner so tatsächlich auf eine Vielzahl an Vitaminen und Mineralstoffen(3). Kraut und Gemüse liefern außerdem wichtige mehrkettige Kohlenhydrate und für die Verdauung relevante Ballaststoffe.

Das Brot - Leere Kohlenhydrate

Das Brot bringt dem Organismus am wenigsten, da es meist ausschließlich aus Mehl besteht. Diese leeren (kurzkettigen) Kohlenhydrate bringen den Körper dazu, viel Insulin in kurzer Zeit auszuschütten. Das hat zur Folge, dass der Blutzucker schnell steigt und anschließend auch stark fällt. Kurzfristig entstehen so Heißhungerattacken und langfristig schadet dies dem Stoffwechsel, indem der Körper auch Störungen des Kohlenhydratstoffwechsels (Diabetes) entwickeln kann.

Das Fleisch - Oft weniger gut

Nur selten steckt ein Imbissbesitzer seinen Dönerspieß selber. Die Dönerspieße kommen in der Regel von Massenproduzenten, die gegenseitig in einem harten Preiskampf stehen. Das Resultat ist Fleisch aus Massentierhaltung, bei dem die Verwendung von Antibiotika und Hormonen Alltag ist. Um im harten Preiskampf zu bestehen, wird dabei oft auch Fleisch von weniger guter Qualität(4) mitverarbeitet. Das ist vor allem bei den Hackfleischanteilen in den Spießen der Fall(5). Dieser darf in einem klassischen Dönerspieß bis zu 60 Prozent betragen. Spieße aus reinem Hackfleisch müssen den Zusatz "nach Döner Kebab Art" tragen.

Prinzipiell gibt das Fleisch selber (abgesehen von Zusatzstoffen und Bindemitteln) dem Döner eine ordentliche Portion Eiweiß und trägt mit etwa 25 Gramm Proteinen neben den Vitaminen, Mineralstoffen und Kohlenhydraten aus dem Gemüse zu einer guten Nährstoffverteilung bei.

Fazit - Gesundes Fast Food in der richtigen Variation

Im Vergleich zu anderen Fast-Food-Gerichten ist der Döner durch eine breitere Nährstoffverteilung oft die gesündere Wahl. Entscheidend sind vor allem die verwendeten Zutaten des Herstellers und die bestellte Döner-Variation selbst. Hausgemachte Dressings und Fleisch mit geringem oder keinem Anteil an Hackfleisch können ein Anzeichen für weniger Zusatzstoffe sein. Wer sich für Yufka-Fladenbrot oder einer Dönerbox ohne Pommes statt dem klassischen Fladenbrot entscheidet, der spart bei leeren Kohlenhydraten und vor allem auch an Kalorien, sofern dies mit mehr Gemüse und nicht durch mehr Fleisch kompensiert wird. Wer sich zudem ausgewogen ernährt, kann also sicherlich den einen oder anderen Döner essen.

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