Jahresrückblick „Bekenntnis zum Standort Zuffenhausen“

Von Bernd Zeyer 

Zuffenhausens Bezirksvorsteher Gerhard Hanus lässt im Interview das Jahr Revue passieren und blickt kurz auf 2013.

Für Bezirksvorsteher Gerhard Hanus war 2012 ein ereignisreiches Jahr. Foto: Bernd Zeyer
Für Bezirksvorsteher Gerhard Hanus war 2012 ein ereignisreiches Jahr. Foto: Bernd Zeyer
Zuffenhausen Auch wenn es das erste Jahr ohne U-15-Großbaustelle gewesen ist, gab es 2012 eine Menge Ereignisse, die die Menschen in Zuffenhausen bewegt haben. Bezirksvorsteher Gerhard Hanus geht auf die wichtigsten Vorkommnisse ein und erzählt, welche Termine 2013 in seinem Kalender stehen.
Herr Hanus, die neue Stadtbahnlinie U 15 ist seit gut einem Jahr unterwegs, und die Großbaustelle verschwunden. Was hat sich verändert?
Der Baulärm ist weg, und es ist wieder Ruhe eingekehrt. Mit der Bahn fahren viele Stammheimer nach Zuffenhausen, um ihre Einkäufe zu erledigen. Und viele Mädchen und Buben haben es nun wieder leichter, in die Schule zu kommen. Es sind auch einige Einzelhändler nach Zuffenhausen gezogen, allerdings ist der Branchenmix noch nicht optimal. Dennoch: Das Antlitz des Bezirks hat sich positiv verändert.

Mit der Stadtbahnbaustelle ist das größte Problem verschwunden. Da könnte man meinen, der Vorsteher konnte sich 2012 zurücklehnen und ein wenig ausruhen.
Nein, so kann man das wirklich nicht sagen. Es gab noch genug Dinge, die mich in Atem gehalten haben.

Zum Beispiel das Thema Bioabfallvergärungsanlage. Wie ist der Stand der Dinge?
Dass die Anlage auf dem Gewann Hummelsbrunnen-Süd gebaut wird, davon ist auszugehen. Mittlerweile hat man sich im Bezirk damit arrangiert. Natürlich gibt es von verschiedenen Seiten immer noch Widerstand, das wird sich wohl auch nicht ändern. Wichtig ist, dass die Stadt die Zusagen im Hinblick auf die Ausgleichsmaßnahmen erfüllt. Vor allem, was die weitere Planung für den Valentienwald angeht.

Ebenfalls sehr emotional ist über die Gestaltung des Festplatzes diskutiert worden. Wie geht es weiter?
In seiner letzten Sitzung in diesem Jahr hat der Bezirksbeirat einstimmig dem Grobkonzept das Ja erteilt. Auch wenn einige Anwohner es wohl anders sehen, halte ich den gefundenen Kompromiss für sehr gelungen. Ziel ist es, das Projekt rechtzeitig in die Planungen für den Doppelhaushalt 2014/2015 zu bekommen. Danach stehen dann die Detailplanungen an. Momentan gehe ich davon aus, dass frühestens im Herbst 2014 mit dem Umbau begonnen werden kann.

Negativ in den Schlagzeilen ist zuletzt das Neubaugebiet Hohlgrabenäcker gewesen, wo es Probleme mit der Bebauung gibt. Können Bezirksvorsteher und Bezirksbeiräte hier Einfluss nehmen?
Nein. Ich selbst habe von den Vorgängen erst aus der Presse erfahren. Die rechtlichen Gegebenheiten sind klar, die strittigen Fragen müssen von den Fachämtern geklärt werden. Als Bezirksvorsteher wünsche ich mir eine Lösung, die den nachbarschaftlichen Frieden nicht gefährdet. Ich kann die Sorgen und Nöte der Betroffenen verstehen und leide mit beiden Seiten mit. Ich appelliere an alle Beteiligten, gemeinsame Lösungen zu finden.

Bauen möchte auch die Firma Porsche in Zuffenhausen. Dazu hat sie weitere Grundstücke gekauft. Was bedeutet das für den Bezirk?
Es ist ein absolutes Bekenntnis zum Standort Zuffenhausen. Es werden weitere Arbeitsplätze geschaffen. Der Mythos Porsche wird ja weltweit mit Zuffenhausen in Verbindung gebracht.

Unklar ist die Zukunft des Weihnachtsmarktes, der in diesem Jahr zum ersten Mal von einer Eventagentur organisiert worden war. Wie geht es mit der Traditionsveranstaltung weiter?
Das ist leider ungewiss. Ich hatte gehofft, dass der Bürgerverein auch weiterhin als Veranstalter auftritt. Das hat der Verein aber abgelehnt. In welcher Form es nun weiter geht, muss noch geklärt werden. Auf jeden Fall werde ich alles dafür tun, um eine Lösung für die Fortführung des Weihnachtsmarktes zu finden.

An der Stammheimer Straße hat eine der bundesweit größten Kletteranlagen eröffnet. Wie kann der Bezirk davon profitieren?
Das muss sich erst noch herausstellen. Grundsätzlich könnte Zuffenhausen zu einer Art Mekka für Kletterer werden. Schließlich gibt es auch noch den Hochseilgarten im Waldheim und den Kletterpark des Kinder- und Jugendhauses. Sowohl für den Breiten- als auch für den Spitzensport sind also alle Voraussetzungen vorhanden. Was die Anlage an der Stammheimer Straße angeht, bin ich noch ein wenig skeptisch, was die Parkplatzsituation betrifft. Ich hoffe, dass es so läuft wie beim Porsche-Museum und sich die Befürchtungen nicht bewahrheiten.

Welche wichtigen Termine stehen 2013 in Ihrem Kalender?
Der Bürgerhaushalt wird kommendes Jahr ein wichtiges Thema sein. Ebenso wie der Schulentwicklungsplan und das Vorankommen zahlreicher Bauvorhaben im Bezirk. Ich hoffe, dass 2013 endlich das schon lange geplante Rathauscafé realisiert werden kann. Außerdem gibt es wichtige Jubiläen, allen voran der 125. Geburtstag der Freiwilligen Feuerwehr Zazenhausen. Und die Stadtteilbibliothek feiert ihren 30. Geburtstag.

Heute ist Silvester. Was wünschen Sie den Mitbürgern fürs anstehende Jahr?
Ich wünsche allen einen guten Rutsch und ein von Frieden getragenes glückliches Jahr 2013.

Und was wünschen Sie für sich selbst?
Zunächst liegt mir daran, dass Zuffenhausen sich auch weiterhin positiv entwickelt und die Lebensqualität im Bezirk weiter zunimmt. Was mich selbst betrifft, so wünsche ich mir beständige Gesundheit.