InterviewJoaquin Phoenix im Interview Die Hündin hilft bei der Vorbereitung

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken
Sie haben in einem Interview erzählt, dass Ihnen Ihre Hündin bei der Vorbereitung von Rollen hilft. Wie müssen wir uns das denn vorstellen?
Uns verbindet eine großartige Beziehung. Sie liebt mich und ich liebe sie. Sie ist wundervoll.
Wie lange dauert diese Beziehung nun schon an?
Sie mag es nicht, wenn ich in Interviews über sie spreche. Deswegen werde ich ihren Namen aus der Öffentlichkeit heraushalten (lacht). Sie lebt jetzt bereits ein paar Jahre bei mir. Doch immer, wenn ich das Tor offen lasse, dann rennt sie auf die Straße, und ich bin mir nicht sicher, ob sie zurückkommen wird. Das hat nichts damit zu tun, dass sie mich nicht liebt. Aber da ist irgendetwas in ihr, das sich dagegen wehrt, eingesperrt und unfrei zu sein. Als ich das sah, hatte ich einen Schlüsselmoment: Ich wusste auf einmal, wer dieser Mann in dem Film „The Master“ ist, und wie ich ihn spielen sollte. Er hat etwas von einem wilden Tier.
„The Master“ war im vergangenen Jahr Ihr Comeback-Film, nachdem Sie fast vier Jahre in der Versenkung verschwunden waren. Warum?
Es war ja nicht das erste Mal, dass ich ausgestiegen bin. Pausen habe ich mir oft genommen, zwei Jahre ohne Arbeit ist für mich nichts Ungewöhnliches. Ich erreiche bei Dreharbeiten immer den Punkt, an dem mich mein Film-Outfit derart anödet, dass ich diese Klamotten am liebsten verbrennen würde. Dieses Gefühl macht mich hart und verbittert. Dabei möchte ich doch offen für alles sein. Ich wusste: Das einzige, das hilft, ist eine drastische Veränderung.
Wie sind Ihr Schwager Casey Affleck und Sie 2010 auf die Idee gekommen, mit dem Film „I’m still here“ Ihre Pseudo-Existenz als bärtiger Rapper zu inszenieren?
Casey und ich haben so oft darüber gesprochen, wie sehr wir diesen Job manchmal hassen, so dass es irgendwann so eine Art Scherz zwischen uns wurde. Denn natürlich war uns bewusst, wie lächerlich dieser Gedanke ist, einfach aufzuhören.
Was ist daran so lächerlich?
Es ist absurd, in diesen Beruf in Rente zu gehen. Ich bin ja kein Basketballspieler, dessen verdammte Knie irgendwann nicht mehr funktionieren. Also dachten wir, die Idee, dass ich mich als Schauspieler mit 35 Jahren in die Rente verabschiede, sei schon einmal grundsätzlich witzig.
Nun sind Sie zurück in Hollywood und geben wieder Interviews. Was machen Sie anders, um nicht erneut in eine Krise zu geraten?
Ich weiß nicht. Vielleicht ist es ja ein Kreislauf in meinem Leben. Ich mache ein paar Filme, bin wieder frustriert und verschwinde. Als ich jung war, da war das Drehen das Allerwichtigste für mich. Und nach diesem Gefühl sehne ich mich. Ich habe in meinem Beruf wirklich alles gegeben. Aber wenn du erst einmal eine Reihe von Filmen gemacht hast, wirst du bequem. Du hast plötzlich all diese Leute um dich herum, die dir Kaffee anbieten, Schirme für dich halten und all diesen Mist. Ich bin auch nur ein Mensch, der genauso verführbar und korrupt ist wie alle anderen.
Wie kann man Sie überhaupt noch vor die Kamera locken?
Zu 99 Prozent nehme ich eine Rolle an, weil ich den Regisseur gut finde. Ich bin keiner dieser Typen, die ständig ihren Agenten anrufen. Ich bin das genaue Gegenteil dieser Schauspieler. Wenn ich nicht arbeite, versuche ich, mich nur auf mein Leben zu konzentrieren.




Unsere Empfehlung für Sie