Jugend forscht in Sindelfingen Ein Vaterschaftstest für Hunde
Jugend forscht: In Sindelfingen werden die Regionalsieger des Wettbewerbs gekürt. Die Exponate sind erstaunlich beeindruckend.
Jugend forscht: In Sindelfingen werden die Regionalsieger des Wettbewerbs gekürt. Die Exponate sind erstaunlich beeindruckend.
„Deine Lehrer verstehen es noch?“, fragte der Sindelfinger Oberbürgermeister Bernd Vöhringer, dessen Mimik verriet, dass er zumindest beeindruckt war, von dem, was er da zu sehen bekam. „Ja“, antwortete der 15-jährige Aditya Kumar lächelnd. Der Schüler vom Stiftsgymnasium Sindelfingen war einer von mehreren Regionalsiegern beim Nachwuchswettbewerb „Jugend forscht“, die am Freitagvormittag – endlich wieder in Präsenz – im Foyer der Stadthalle Sindelfingen ihre hoch spannenden Arbeiten präsentieren durften.
„Verallgemeinerte Meissel-Mertens-Konstante“, anders formuliert: eine Formel zur Bestimmung von Primzahlen, lautete das Thema von Mathematik- und Informatikgewinner Aditya Kumar, bei dem außer ihm wohl keiner der Zuhörer wirklich durchblickte. Was man in den oft ratlosen Gesichtern um den OB und den Wettbewerbsleiter Werner Hasler, Lehrer am Böblinger Otto-Hahn-Gymnasium, lesen konnte.
Siegerinnen und Sieger in anderen Sparten punkteten mit praktischeren Erfindungen. So wie Jannes Durban, 14 Jahre, vom Böblinger Albert-Einstein-Gymnasium, mit der sicheren Löschpfanne für Schulen. Damit können Tischbrände bekämpft werden – und zwar ohne Löschdecken, die aus den Schulen entfernten wurden. Weiterer Preisträger im Fachgebiet Arbeitswelt war Nick Pfeiffer aus Stuttgart mit „Advanced Care“. Sein Projekt lehnt sich an den DRK-Hausnotruf, mit dem Pflegedienste auf der Ferne überprüfen können, ob bei einer zu betreuenden Person alles in Ordnung ist.
Im Bereich Technik beschäftigte sich Fabian Then mit der „Trinkwassergewinnung aus der Luft“. „Ich zerlege gerne alte Computer“, erklärte der 13-Jährige vom Otto-Hahn-Gymnasium Böblingen, von wo der Ventilator und andere Teile für seinen elektrothermischer Wandler zur Kondensation stammen. Im Fachbereich Biologie überzeugten Melina Eileen Kostidis (18 Jahre) und Johannes Beck (17), von der Mildred-Scheel-Schule Böblingen. Ihr Projekt: ein „Vaterschaftstest bei Hunden“, um sicherzustellen, dass beim Züchter alles mit rechten Dingen zugeht. „Die Idee ist von meinem Onkel, und es funktioniert im Prinzip wie beim Menschen“, berichtete Johannes Beck.
Bereits zum 17. Mal richtete die Stadt Sindelfingen den Regionalwettbewerbs aus. Unter dem Motto „Mach Ideen groß!“ traten die Kinder und Jugendlichen aus der Region mit 42 Forschungsprojekten bei Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb an. Die beliebteste Kategorie unter den sieben Fachgebieten war wie in den vergangenen Jahren die Technik mit 15 Projekten. Auf Platz zwei lag die Arbeitswelt (11), Mathematik und Chemie teilten sich Platz drei (jeweils 5). Auch in diesem Jahr waren sieben Sindelfinger und Böblinger Schulen mit 22 der eingereichten Arbeiten wieder stark vertreten.
Bundesweit haben sich über 9000 Jungforschende zum Wettbewerb angemeldet. Die besten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler qualifizieren sich für die Landeswettbewerbe in Heilbronn und Balingen. Den Abschluss der Wettbewerbsrunde bildet das 58. Bundesfinale vom 18. bis 21. Mai 2023 in Bremen.