Jugendhaus Neuhausen Spiele und Gespräche haben gefehlt

Mühle spielen gefällt Jochen Baral. Brettspiele im Freien sind zurzeit angesagt. Foto:  

Hoch motiviert sind Jochen Baral und sein Team vom „Penthaus“ in Neuhausen. Nachdem der offene Betrieb lange ruhte, gibt es jetzt im Jugendhaus volles Programm.

Reporterin: Elisabeth Maier (eli)

Neuhausen - Auf der grünen Wiese des Jugendhauses Penthaus in Neuhausen spielt eine Gruppe Wikinger-Schach. Da messen sich die Spieler mit Wurfhölzern. „Es ist schön, dass solche gemeinsamen Aktivitäten unter freiem Himmel wieder möglich sind“, sagt Jochen Baral. Der Leiter der Einrichtung des Kreisjugendrings Esslingen ist froh, dass zumindest in begrenztem Umfang wieder Betrieb rund um das Haus möglich ist. „Wir versuchen, viele Aktivitäten nach außen zu verlagern.“

 

Im Sommer bietet das Team volles Programm. Deshalb haben Baral und sein Team auch die Urlaube so gelegt, dass sie das Jugendhaus öffnen können. „Nach dem Lockdown haben unsere Besucher so richtig Lust, sich wieder mit anderen zu treffen“, beobachtet er. Zwar war während der Zwangspause kein offener Betrieb möglich. Die Sozialpädagogen haben in dieser Zeit aber die Pädagogen der benachbarten Friedrich-Schiller-Schule unterstützt. „Wir haben den Wechselunterricht begleitet und gingen in die Klassen der Gemeinschaftsschule“, berichtet er von diesen Einsätzen. Zwar legt Baral Wert darauf, „dass wir hier im Haus offene Jugendarbeit machen“, aber der Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern war gerade in der Pandemie unschätzbar. So hat der Sozialpädagoge auch von manchen Problemen daheim erfahren. „Mit den Kindern und Jugendlichen in Kontakt bleiben, das war unser Ziel.“ Auch digitale Angebote hat das Jugendhaus möglich gemacht. Aber da stießen Baral und sein Team schnell an Grenzen: „Digitale Projekte sind wichtig, aber sie ersetzen den persönlichen Kontakt nicht.“ Dass derzeit an manchen Abenden sogar mehr Besucherinnen und Besucher auf der Wiese vor dem Jugendhaus zusammensitzen, freut den erfahrenen Sozialpädagogen umso mehr.

Reden, spielen und entspannen

Die Spätschicht, die jeweils dienstags und freitags ab 18 Uhr auf dem Programm steht, ist beliebt wie eh und je. „Da wird geredet, gespielt und einfach entspannt“, beschreibt er die Abende, die ganz unterschiedliche Besucherinnen und Besucher anziehen. Und auch beim Schülercafé, das in den Mittagspausen zwischen 12 und 14 Uhr stattfindet, ist der Andrang groß – zwischen 20 und 50 Jungen und Mädchen der benachbarten Schiller-Schule verbringen ihre Mittagspause im Penthaus. „Weil sie uns inzwischen vom Unterricht kennen, sind viele neugierig geworden und schauen mal vorbei.“

Nach langer Diskussion hat das Penthaus-Team nun ein Sommerprogramm ausgetüftelt, das viele anspricht. Am Donnerstag, 29. Juli, wird es im Ochsengarten in Neuhausen Kindertheater für die Kleinsten geben. „Alle Kindergärten machen mit“, freut sich Jochen Baral. Allerdings kann das Kulturprogramm für die Kleinsten nur bei halbwegs gutem Wetter stattfinden. Stefan Lehmann, der beim Penthaus für die Musik und die Probenräume zuständig ist, plant am 30. Juli und am 20. August wieder eine Open Stage (deutsch: Offene Bühne). Da hat der musikalische Nachwuchs die Möglichkeit, spontan vor Publikum aufzutreten.

Ein Klavier aus Bananen

Wichtig ist Jochen Baral der pädagogische Aspekt in der Jugendarbeit. Deshalb bietet das Penthaus in den Sommerferien wieder einen Workshop an, in dem Jugendliche „Makey, Makey“ ausprobieren dürfen. Dahinter verbirgt sich ein Erfindungs-Kit, das entwickelt wurde, um Alltagsgegenstände mit Computerschlüsseln zu verbinden. „Man kann zum Beispiel mit einem Klavier aus Bananen Töne erzeugen“, beschreibt Baral eine Anwendungsmöglichkeit. Gefördert wird das Projekt vom Bund.

Außerdem plant das Jugendhausteam in den Sommerferien Ausflüge, zum Beispiel nach Herrenberg. Einen Graffiti-Workshop mit dem Künstler Nathan Grant soll es ebenfalls geben. Julia Kalb, die das Team als Sozialpädagogin seit September 2020 verstärkt, plant am 8. und 9. August einen Mädchentag mit Übernachten. Da sind die Mädels dann ganz unter sich – und können im Penthaus auch da Abstand halten. Eine Woche lang übernimmt das Jugendhaus auch die Ferienbetreuung für die Jungen und Mädchen der Mozartschule.

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