Eigentlich wollte das Haus der Katholischen Kirche bei der Suche eines Nachfolgers des Büchercafés am Konzept nicht viel ändern. Nun wird es dort keine Bücher, dafür aber Spezialitäten-Kaffee von Mela geben.

Digital Unit : Sascha Maier (sma)

Das Haus der Katholischen Kirche an der Königstraße in Stuttgart hat einen Nachfolger für das Buchcafé Atrium 7 gefunden. Zukünftig wird eine Zweigstelle des Café Mela, bekannt aus Leinfelden-Echterdingen, die Bewirtung der Gastro-Räume übernehmen. Los geht’s am 14. Mai, aktuell wird noch renoviert, „wir gestalten etwas um und bringen mehr Grün rein“, sagt Hüseyin Kahraman vom Café Mela.

Als das Atrium 7 das coronabedingte Aus Anfang des Jahres bekannt gab, hatte die katholische Kirche angekündigt, bei der Nachfolgersuche kaum am Konzept zu rütteln. Von dieser Vision hat sie sich mit dem Café Mela etwas entfernt: Denn Bücher – der vorherige Betreiber hatte einen verlegerischen Hintergrund – wird es hier künftig keine mehr geben. Stattdessen liegt ein besonderes Augenmerk auf fair gehandeltem Kaffee. „Wir beziehen ihn von Partner-Bauern direkt aus Honduras und rösten nach eigener Rezeptur“, sagt Kahraman.

An den anderen Angeboten des Hauses ändert sich nichts

Das fand der Vermieter offenbar so überzeugend, dass er bereit war, auf Lesestoff im Café zu verzichten. „Überzeugt haben uns die Qualität des Angebots und der ökologische Standard, zu denen auch eine faire Bezahlung der Kaffeebauern in Honduras gehört“, sagt Roland Weeger, der Geschäftsführer des Hauses der Katholischen Kirche.

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Weeger betont, dass sich an den anderen Angeboten des Hauses dadurch nichts ändern werde: Am Infozentrum könnten sich Besucher:innen über Kindertagesstätten, die Sozialstation, das Hospiz St. Martin, die Telefonseelsorge und viele andere Angebote und Einrichtungen der katholischen Kirche in Stuttgart informieren und auch die Lederschmiede der Caritas bleibe erhalten.

Frühstücksboxen mit nachhaltigen Verpackungslösungen

Der Betrieb im Mela soll der eines klassischen Tagescafés sein: Es gibt Frühstück, kleine, leichte, warme Gerichte am Mittag und nachmittags Kuchen. Gegend Abend werden die Pforten geschlossen. Auch „to go“ soll etwas geboten sein: „Wir wollen Frühstücksboxen mit nachhaltigen Verpackungslösungen anbieten“, sagt Kahraman – auch über Pfand für die Boxen denke man nach, denn: „Wir wollen ja nicht, dass die dann in der Innenstadt rumliegen.“

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Warum er keine Bücher verkaufen will, dafür hat Kahraman übrigens eine einfache Erklärung: „Mir fehlt da die Profession.“ Und ob die Expansion von Leinfelden-Echterdingen nach Stuttgart nur ein erster Schritt zur Mela-Franchise ist? „Um Gottes Willen, nein!“, sagt Kahraman. „Jeder hat seine eigene Philosophie, aber wir machen gerne alles selber und haben erst mal nicht vor, uns weiter zu vergrößern.“

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